Diesen Betrag will Vivendi nicht zahlen. Mit dem massiven Aktienkauf will der französische Konzern Berlusconi jetzt unter Druck setzen, berichtete Vivendis CEO, Arnaud de Puyfontaine, im Interview mit der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“. Er dementierte dabei, dass er eine „feindliche Übernahme“ Mediasets lanciert habe. "Stillstand überwinden"„Fininvest und Mediaset haben uns verklagt, weil wir den Vertrag für die Premium-Übernahme gebrochen haben. Wir haben uns aber zurückgezogen, weil wir ein Abkommen unterzeichnet haben, das ganz anders ist, als was wir gedacht hatten. Wir haben uns um ein alternatives Angebot bemüht, wir sind öffentlich beleidigt und misshandelt worden. Wir sind keine Masochisten, wir haben reagiert, um den Stillstand zu bewältigen. Mit 20 Prozent sind wir die zweitstärksten Aktionäre Mediasets und in der Lage, ein gutes Resultat für Premium zu erreichen“, berichtete der 52-jährige Manager.Der CEO warf Mediaset in Zusammenhang mit dem Premium-Abkommen unkorrektes Verhalten vor. „Es ist als hätte man uns in ein Drei-Sterne-Restaurant eingeladen und sind dann in einem McDonald's gelandet“, kommentierte de Puyfontaine.Vivendi will europäische MediengesellschaftVivendis Ziel sei eine Einigung mit Mediaset zur Schaffung einer europäischen Mediengesellschaft globaler Dimension mit qualitätsreichen Inhalten, die mit Kolossen wie Amazon Prime und Netflix konkurrieren könnte. „Wir haben ein langfristiges Interesse und wollen Mediasets industrieller Partner sein“, kommentierte der Franzose. Zur Aufstockung seines Mediaset-Anteils von drei auf 20 Prozent habe Vivendi bisher circa 800 Mio. Euro ausgegeben.Der Dialog mit Berlusconi sei nicht abgerissen. Am Freitag habe er Berlusconis Sohn Pier Silvio, CEO von Mediaset, in Mailand getroffen, sagte de Puyfontaine.apa