Donnerstag, 29. August 2019

Vöran ist Fair-Trade-Town

Südtirol ist um eine Fair-Trade-Town reicher: Die knapp 1000 Einwohner zählende Gemeinde Vöran hat nach Bozen und Meran alle Voraussetzungen dafür. Rudi Dalvai, Präsident der World Fair Trade Organization WFTO, hat am Donnerstagvormittag Bürgermeister Thomas Egger und den treibenden Kräften im Gemeindeausschuss Ulrike Vent und Andreas Franz Egger das Fair-Trade-Town-Zertifikat überreicht.

Rudi Dalvai, Präsident der WFTO, hat dem Vöraner Gemeindeausschuss feierlich das Fair-Trade-Town-Zertifikat überreicht. - Foto: Südtiroler Welttäden
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Rudi Dalvai, Präsident der WFTO, hat dem Vöraner Gemeindeausschuss feierlich das Fair-Trade-Town-Zertifikat überreicht. - Foto: Südtiroler Welttäden

Fair-Trade-Towns fördern den fairen Handel auf lokaler Ebene. Für diese Auszeichnung musste auch die Gemeinde Vöran 5 Kriterien erfüllen: Es brauchte einen Ratsbeschluss, eine Steuerungsgruppe in der Gemeinde; es braucht faire Produkte, die zum Verkauf angeboten werden und das Engagement der Zivilgesellschaft. Weltweit tragen derzeit 2196 Städte und Gemeinden das Zertifikat der Fair-Trade-Town: In Deutschland sind es 625, in Südtirol mit Bozen, Meran und Vöran 3.

Der Bozner Rudi Dalvai, seit 2011 Präsident der World Fair Trade Organization WFTO, überreichte dem Vöraner Gemeindeausschuss das entsprechende Zertifikat. Er wünschte den Gemeindepolitikern, auch weiterhin global zu denken und verantwortungsbewusst lokal zu handeln. Die Idee wurde in Vöran von Mitbürgerin Verena Gritsch im Jahr 2018 in die Gemeindestube getragen und wurde sofort von den Gemeindeverwaltern positiv aufgenommen. 

Projekte für fairen Handel

Gemeinsam wurden Aktionen gestartet, die dem fairen Handel Sichtbarkeit geben. Andreas Franz Egger, der als Gemeindereferent unter anderem für Kultur, Schule, Kindergarten und Sport zuständig und für den örtlichen Bildungsausschuss verantwortlich ist, hat in Zusammenarbeit mit dem Kindergarten für faire Produkte in der Kindergartenküche gesorgt.

Ulli Vent hat als Gemeindereferentin ebenfalls ein innovatives Projekt gestartet. So soll in Vöraner Tourismusbetrieben künftig bald fair gehandelter Zucker zu warmen Getränken gereicht werden. Rund 10 Betriebe haben sich bereit erklärt, faire Produkte wie Kaffee, Schokolade, Zucker oder Bananen in ihr Sortiment aufzunehmen.

„Jede und jeder kann etwas tun“

„Wir haben im Kleinen begonnen, wollen die Idee ausbreiten und dem fairen Handel in Vöran einen sichtbaren Platz geben“, sagt Ulli Vent. Das Engagement und die Bildungsarbeit sollen den Vöranern und den Gästen der Gemeinde zeigen, dass hinter allen täglich konsumierten Produkten Menschen stehen, die sie herstellen.

Jede und jeder könne etwas tun, betont auch Andreas Franz Egger. Man könne sich täglich bewusst für fairen Kaffee, faire Schokolade oder faire regionale und biologische Produkte entscheiden.

Bürgermeister Thomas Egger betonte, dass Vöran als erste Nichtstadtgemeinde Südtirols mit dem Titel „Fair Trade Town“ auch andere kleinere Gemeinden Südtirols motivieren wolle: „Unser Ziel ist es, nicht nur vor Ort, sondern im ganzen Land und weit darüber hinaus fair mit Menschen umzugehen.“

stol

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