Montag, 15. Februar 2021

Volksbank erzielt Gewinn von 16 Millionen Euro

Wie stark die Coronapandemie Südtirols Wirtschaft treffen und ob es zu einem signifikanten Anstieg bei den Konkursen kommt, dürfte sich erst im Jahresverlauf zeigen. Die Volksbank jedenfalls scheint gut in dieses Jahr mit vielen Fragezeichen eingebogen zu sein: Das Nettoergebnis betrug 2020 rund 16 Millionen Euro, trotz höherer Covid-19-Rückstellungen im Portfolio Kredite „in bonis“, wie die Bank mitteilt. Im Horrorjahr 2019 lag der Verlust der Volksbank bei über 84 Millionen Euro.

Die Volksbank-Spitze mit Präsident Lukas Ladurner (links) und Generaldirektor Alberto Naef (rechts).
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Die Volksbank-Spitze mit Präsident Lukas Ladurner (links) und Generaldirektor Alberto Naef (rechts). - Foto: © Klaus Peterlin
Es seien neue Kredite im Umfang von 1,2 Milliarden Euro vergeben und eine Bilanzsumme von 11,6 Milliarden Euro erreicht worden.

„Infolge der guten Verwaltung des Portfolios der Problemkredite ist der Saldo von 555 Millionen Euro brutto im Jahr 2019 auf knapp über 490 Millionen Euro brutto Ende 2020 gesunken“, heißt es in der Mitteilung.

Infolgedessen sei die sogenannte „NPL Ratio“ von 7,3 Prozent brutto im Jahr 2019 auf 6,4 Prozent brutto im Jahr 2020 gesunken, während sich die „Netto-NPL-Ratio“ von 3,5 Prozent im Jahr 2019 auf 2,9 Prozent im Jahr 2020 verändert und die „Texas Ratio“ von 54,1 Prozent auf 48,1 Prozent verbessert habe.

Zur Erklärung: Die „NPL Ratio“ gibt an, wie hoch der Anteil notleidender Kredite am Kreditvolumen der Bank ist. Auch die „Texas Ratio“ ist ein Maß für die Kreditprobleme einer Bank: je höher sie ist, desto schwerwiegender sind die Kreditprobleme.

Der Deckungsgrad der Kredite „in bonis“ betrug laut Volksbank 1,02 Prozent gegenüber 0,83 Prozent im Dezember 2019; der Deckungsgrad der Problemkredite stieg von 61,3 Prozent im Jahr 2019 auf 65,8 Prozent im Jahr 2020.

„Auch die direkten Kundeneinlagen sind von 7,6 Milliarden Euro auf 8,1 Milliarden Euro angestiegen. Die Zahl der Kunden nahm auf über 280.000 zu“, so die Bank weiter.

Die indirekten Einlagen entwickelten sich im Laufe des Jahres ebenfalls positiv und erreichten 3,6 Milliarden Euro mit einem Plus von 12,6 Prozent gegenüber dem Jahresende 2019 (3,2 Milliarden Euro), angetrieben durch den Anstieg der Investmentfonds und Lebensversicherungen, „die von dem ausgezeichneten Ergebnis der Neuzeichnungen und einem volatilen, aber insgesamt wachsenden Finanzmarktumfeld im Jahr 2020 profitierten“.

Das Zins- und Dienstleistungsgeschäft ist laut Angaben der Südtiroler Volksbank um 3,4 Prozent von 254,9 Millionen Euro Ende 2019 auf 263,5 Millionen Euro gestiegen. „Dank einer guten Stabilität der Zinsmargen und des Wachstums der Treasury-Marge, die den physiologischen Rückgang des Kommissionsgeschäfts aufgrund der eingeschränkten Geschäftstätigkeit während der Lockdowns mehr als kompensiert haben.“

Auch sei die Kostenstruktur der Bank verbessert worden: „Die ,Cost Income Ratio' lag 2020 bei 60,2 Prozent im Vergleich zu 63,1 Prozent im Jahr 2019.“

Auch die Kapitaldecke der Bank sei gestärkt worden. Konkret: „Die Kernkapitalquote ,CET1 Ratio phased-in' erreichte 14,6 Prozent – 2019 waren es 12,7 Prozent –, die Gesamtkapitalquote 17,1 Prozent – nach 14,9 Prozent in 2019.“

Volksbank-Präsident Lukas Ladurner zeigt sich zufrieden mit den Bilanzdaten: „„Die Volksbank hat auf das unsichere gesellschaftliche und wirtschaftliche Szenario und den Führungswechsel in der Bank mit einer Stärkung der Aktiva und der Erwirtschaftung solider und nachhaltiger Erträge reagiert und alle 4 Quartale mit Gewinn abgeschlossen. Wie von der europäischen und italienischen Bankenaufsicht aufgrund der Covid-19-Krise empfohlen wird der Verwaltungsrat der Hauptversammlung vorschlagen, keine Dividenden auszuschütten. Durch diese Entscheidung erhöht sich das Eigenkapital am Ende des Geschäftsjahres 2020 auf 764 Millionen Euro, wodurch sich der buchhalterische Preis der Aktie auf 15,4 Euro erhöht.“

Generaldirektor Alberto Naef ergänzt: „Im Jahr 2020 hat die Volksbank einen wichtigen Beitrag geleistet, um die Kunden bei der Bewältigung der Pandemie-Auswirkungen zu unterstützen. Außerdem haben wir die Liquidität, das Kapital und den Deckungsgrad der Problemkredite verbessert, und damit wichtige Grundlagen gelegt, um unser Geschäftsmodell, die Prozesse und die Bank-Organisation im Sinn des Strategieplans weiterzuentwickeln.“

dol

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