<BR />Wie der kürzlich veröffentlichte Nachhaltigkeitsbericht „Contribute Report 2025“ zeigt, setzt die Oberalp-Gruppe, die mit Salewa, Dynafit und einigen weiteren Eigenmarken hauptsächlich Bergsportartikel vertreibt, verstärkt auf einen umweltbewussteren Umgang mit ihren Produkten. „Nachhaltigkeit beginnt, wenn wir Dingen eine zweite Chance geben“, sagt Verena Neufeldt, die seit 2021 als Group Warranty Managerin der Oberalp-Gruppe an der Entwicklung von nachhaltigen Angeboten arbeitet. <BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-75995667_quote" /><BR /><BR /><BR />Seit der Renovierung und Neueröffnung des Bozner Salewa Stores im März 2023, kümmert sich eine Schneiderin um beschädigte Ausrüstung auf Textilbasis; seit Winter desselben Jahres reparieren interne Spezialisten Dynafit-Skischuhe und Bindungen. <h3> Reparieren, was geht</h3>Der Grundsatz ist einfach: Alles, was sich reparieren lässt, wird repariert – unabhängig davon, welche Marke draufsteht. „Das geht leider nicht immer, denn es ist nicht alles reparabel, auch wenn es reparabel aussieht“, ergänzt Neufeldt. <BR /><BR />Klare Grenzen werden so etwa auch bei der Reparatur von Sicherheitsartikeln gezogen: Bindungen und Skischuhe fremder Marken werden gar nicht erst angenommen und auch bei Produkten aus den eigenen Reihen wird in erster Linie auf die gewährleistete Sicherheit als auf eine erzwungene Reparatur geachtet. <BR /><BR />Fehlt bei aufwendigeren Reparaturen die passende Maschine oder reichen die Kapazitäten vor Ort nicht aus, wird das Produkt an den Care-&-Repair-Hub des 2024 neu eröffneten Dynafit-Hauptsitzes im bayrischen Kiefersfelden oder nach Montebelluna geschickt, wo umfangreichere Werkstätten zur Verfügung stehen. <h3> Die Zahlen hinter dem Projekt</h3>Seit Projektbeginn wurden auf diese Weise über 6.000 Produkte wieder in Schuss gebracht – und die Nachfrage wächst; zwischen 2024 und 2025 stieg die Zahl der Reparaturen um rund 19 Prozent. „Die höhere Reparaturquote ergibt sich definitiv aus einem gestiegenen Bewusstsein der Kunden, aber auch der vermehrten Inanspruchnahme des größeren Angebots“, so Neufeldt. <BR />Finanziell bewegt sich eine Reparatur meist zwischen 60 und 80 Euro, je nach Aufwand auch darunter oder darüber. <BR /><BR />Wer sich stattdessen von einem noch intakten Produkt trennen möchte, landet beim Second-Life-Programm. Gegen einen Einkaufsgutschein wandern gebrauchte Artikel zurück in den Kreislauf, indem sie zunächst aufbereitet und anschließend im Salewa Store weiterverkauft werden.<BR /><BR /> Seit dem Start der Initiative im Jahr 2023 haben so rund 5.000 Produkte einen neuen Besitzer gefunden, auch wenn die jährlichen Rückgabezahlen seitdem rückläufig sind, zuletzt um 20 Prozent. Neufeldt zufolge liegt dies nicht an mangelndem Interesse, sondern sie sieht darin „eine zunehmende Konsolidierung des Second-Life-Angebots.“<h3> Auch andere Eigenmarken ziehen nach</h3>Salewa ist dabei nur ein Baustein einer gruppenweiten Strategie: Auch die anderen Eigenmarken der Oberalp-Gruppe, z.B. Wild Country und LaMunt bieten eigene Care-&-Repair Lösungen an, und Evolv betreibt mit einem seit Mai 2026 aufgestellten Neubesohlungs-Netzwerk für Kletterschuhe in Europa ein vergleichbares Angebot. <BR /><BR />Für die kommenden Jahre plant Oberalp, dieses Netzwerk weiter auszubauen. „Des Weiteren ist der Plan, an der Infrastruktur und Logistik für die (Online-) Annahme und das Handling der Reparaturen weiterzuarbeiten, um die Kunden noch besser zu informieren und Transportwege zu reduzieren“, so Neufeldt.