Vom Roten Spinnmilbenbefall bis zum Japankäfer nehme die Zahl schädlicher Insekten weiter zu, teilte der Verband mit. Die Schäden in der Landwirtschaft durch die Folgen des Klimawandels hätten bereits die Marke von drei Milliarden Euro überschritten. Mehr als 60 Prozent des italienischen Staatsgebiets seien von Dürre betroffen.<h3> Neue Schädlinge verursachen Produktionsrückgang</h3>„Neue Schädlinge kommen zu den bereits vorhandenen hinzu und führen zu Produktionsrückgängen sowie steigenden Kosten für Überwachung, Behandlung und Pflanzenschutz“, erklärte der Verband. Notwendig seien deshalb ein besseres Monitoring, mehr Forschung an biologischen und nachhaltigen Schutzverfahren sowie geeignete Instrumente für die landwirtschaftlichen Betriebe. Besonders groß ist die Sorge vor dem Japankäfer (Popillia japonica). Er hat sich vor allem in Norditalien ausgebreitet und bedroht dort unter anderem Weinberge und Obstbäume. Der Käfer kann mehr als 300 Pflanzenarten befallen. Einzelne Exemplare wurden bereits in Südtirol gefunden. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/japankaefer-in-suedtirol-sichtungen-muessen-sofort-gemeldet-werden" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Deshalb wurde eine Info-Kampagne gestartet, Sichtungen müssen unverzüglich gemeldet werden.</a><BR /><BR />Stark verbreitet ist inzwischen auch die Asiatische Stinkwanze. Sie befällt unter anderem Obstplantagen, Haselnusskulturen und Gemüse und schädigt Früchte und Samen. Dadurch kann auch deren Qualität und Vermarktbarkeit beeinträchtigt werden. Weiterhin breitet sich zudem die aus Asien stammende Kirschessigfliege aus, die vor allem Kirschen, Heidelbeeren, Himbeeren und andere weichfleischige Früchte befällt.<BR /><BR />In Venetien sorgt die Rote Spinnmilbe für Alarm. Der Schädling befällt insbesondere Soja und Mais, die bereits unter der Trockenheit leiden. Hitze und fehlende Feuchtigkeit begünstigen die Vermehrung der Milben. Sie schädigen die Blätter, die zunächst gelb werden und anschließend vertrocknen. Das beeinträchtigt Wachstum und Ertrag der Pflanzen.<BR />Auch die Kastaniengallwespe gilt weiterhin als Problem. Sie hat bereits erhebliche Schäden in den Kastanienbeständen verursacht. Zur Bekämpfung wird unter anderem der natürliche Gegenspieler Torymus sinensis, eine Schlupfwespe, eingesetzt.<h3> Auch für die Imkerei lauern neue Gefahren</h3>Auch für die Imkerei lauern neue Gefahren. Die Asiatische Hornisse „Vespa velutina“ bedroht Honigbienen und damit die Bestäubung von Nutzpflanzen. Der Kleine Beutenkäfer Aethina tumida kann zudem Honigvorräte schädigen und Bienenvölker schwächen. In den Wäldern setzt der Buchdrucker, ein Borkenkäfer, vor allem Fichten zu und verursacht erhebliche Schäden am Waldbestand. Der Rote Palmrüssler befällt dagegen insbesondere in den Mittelmeerregionen Palmen.<BR /><BR />Für den Olivenanbau bleibt das Bakterium Xylella fastidiosa die größte Gefahr. Es hat in der süditalienischen Adria-Region Apulien Millionen Olivenbäume zerstört und verursacht weiterhin neue Ausbrüche. Damit stehen Ernten, Landschaft und die Wirtschaft der betroffenen ländlichen Regionen unter Druck.<BR /><BR />Der italienische Bauernverband fordert deshalb ein umfassendes Vorgehen. „Es wird immer dringlicher, Prävention und Überwachung zu stärken, die Forschung nach biologischen und nachhaltigen Schutzsystemen zu beschleunigen und den Betrieben geeignete Instrumente an die Hand zu geben“, erklärte der Verband. Nur so lasse sich verhindern, dass sich Schädlingsbefall zu strukturellen Krisen für ganze landwirtschaftliche Branchen entwickle.