<b>Werden die Strompreise weiter steigen?</b><BR /><BR />Gunde Bauhofer: Eine Prognose ist unglaublich schwierig. Die Aufsichtsbehörde ging bei ihren Vorausschätzungen im Jänner davon aus, dass der Strom für eine Durchschnittsfamilie in Bozen bei einem Verbrauch von 2700 Kilowattstunden 954 Euro kosten würde für die nächsten 12 Monate. Im April ging die Aufsichtsbehörde dann von Kosten in Höhe von 1300 Euro in den nächsten 12 Monaten aus. Das ist ein Unterschied von immerhin etwa 350 Euro. Die Aufsichtsbehörde geht also nicht von einer langfristigen Entspannung aus. <BR /><BR /><b>Wie können Südtirols Familien denn Strom sparen?</b><BR /><BR />Bauhofer: Es gibt 3 Möglichkeiten. Erstens: Zu schauen, ob man als Familie Staats- oder Landeshilfen erhält. Rom will da auch Familien mit noch höherem Einkommen zum Zuge kommen lassen. Wenn eine Familie einen ISEE-Wert um die 12.000 hat, dann zahlt es sich aus, beim Patronat oder direkt online die DSU-Erklärung zu machen. Zweitens kann man sein Nutzerverhalten unter die Lupe nehmen und auf die Suche nach Stromfressern im Haus gehen. Standby-Lampen verursachen bei den aktuellen Strompreisen Kosten von 90 bis 120 Euro im Jahr. Zu diesen Lampen zählen auch jene des Fernsehers unten am Bildschirm. Um Strom zu sparen, sollten auch im Sinne der Energieeffizienz halbleere Wasch- und Spülmaschinen vermieden werden. Drittens kann man auch versuchen, den Stromanbieter zu wechseln.<BR /><BR /><b>Was ist dabei zu beachten?</b><BR /><BR />Bauhofer: Etwas an Sparpotenzial ist vorhanden. Dabei sollte man aber vorsichtig sein. Die Verunsicherung ist groß, und die Anbieter – auch große gesamtstaatliche – nutzen dies aus. Die Anbieter gehen auf Kundenfang. Immer wieder werden Werbeanrufe gemacht. Wenn ein Angebot schwarz auf weiß vorliegt, dann kann man es annehmen, ansonsten rate ich, besser die Finger davon zu lassen.