Dienstag, 29. Januar 2019

Vorsicht vor Betrug bei Online-Krediten!

Wer finanzielle Schwierigkeiten oder eine geringe Kreditwürdigkeit hat, könnte auf die Idee kommen, im Internet nach einem Geldgeber zu suchen. Hier ist jedoch äußerste Vorsicht geboten, denn im Web ist es nicht leicht, ein interessantes Angebot von einem Betrug zu unterscheiden.

Online-Betrüger versprechen, Kredite auch an Personen mit geringer Kreditwürdigkeit zu vergeben.
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Online-Betrüger versprechen, Kredite auch an Personen mit geringer Kreditwürdigkeit zu vergeben. - Foto: © shutterstock

In den Social Media tauchen immer öfter Werbungen auf, die mit Slogans wie “Wir lehnen keinen ab” oder “Niedrige Zinssätze für das, was du dir wünscht” ihre Produkte anpreisen. Angeblich werden Kredite auch an jene vergeben, die eine geringe Kreditwürdigkeit haben. Allerdings kann es sich hier um Internet-Betrügerei handeln.

In diesem Fall werden bei Kontaktaufnahme mit dem Geldgeber persönliche Daten und ein beachtliche Summe für Verwaltungsspesen eingefordert. Nach Überweisung des Betrags wird jedoch kein Kredit ausgestellt und die überwiesene Summe ist verloren. Das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) mahnt zur Vorsicht und nennt einige Punkte, an denen eine betrügerische Homepage ausgemacht werden kann:

  • Der Online-Finanzier führt keinerlei Kontrollen in Bezug auf die Kreditwürdigkeit durch. Diesem Aspekt misst er auch keinerlei Interesse bei, drängt auf der anderen Seite aber die Verbraucherin dazu, persönliche Dokumente zu schicken.
  • Die finanzierende Person war nicht dazu ermächtigt, in Italien tätig zu sein. Jeder EU-Staat verlangt nämlich, dass Unternehmer, welche Geld verleihen, eine Ermächtigung der zuständigen Aufsichtsbehörde haben. All jene, die in Italien Kreditvermittlung betreiben, müssen von der Banca d'Italia dazu ermächtigt worden sein.
  • Das von der Verbraucherin erhaltene Angebot war unvollständig: Die in diesem Bereich geltende Gesetzgebung sieht zwingend vor, dass dem Verbraucher eine umfangreiche Information zu den finanziellen Bedingungen des Kredits, einschließlich der Abwicklungsspesen, des Zinssatzes und der Informationen zum Rücktrittsrecht gegeben werden muss. Weiters wurden in dem Entwurf grammatikalische und sprachliche Fehler festgestellt.
  • Die Internetseite enthält unvollständige Kontaktdaten: Es gibt lediglich ein Online-Kontaktformular und eine Handynummer der vermeintlichen Carla, währenddessen das Gesetz die Angabe einer Festnetznummer, einer Postadresse sowie des Links zur ODR-Plattform und zu einem außergerichtlichen Streitbeilegungsorgan, meist ein Bankenombudsmann, vorsieht. Co-finanziert von der Europäischen Kommission, dem Land Südtirol, der Autonomen Region Trentino- Südtirol, dem Ministerium für Wirtschaftliche Entwicklung, den Trägerorganisationen Verbraucherzentrale Südtirol und ADICONSUM, Mitglied im Netz der Europäischen Verbraucherzentren (ECC-Net).
  • Der Finanzier hatte mehrere Beträge als Vorauszahlungen gefordert und dies mit scheinbaren Verwaltungs- und Abwicklungsspesen sowie für notarielle Dokumente gerechtfertigt. Es bestehen sicherlich berechtigte Zweifel, inwieweit ein Kreditanbieter eine Summe vor Genehmigung des Kredits einfordert.
  • Der Geldgeber fordert, dass die Zahlung mittels Banküberweisung auf ein ausländisches Bankkonto, über Geschenkkarten oder Aufladungen von Prepaid-Karten zu erfolgen hat: Alles Zahlungsmodalitäten, die kaum oder überhaupt nicht rückverfolgbar sind. Die Experten des EVZ konnten im Fall von Frau Rosa nichts anderes machen, als der Verbraucherin zu bestätigen, dass es sich hier um Betrug handelt und sie aufzufordern, Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Dies vor allem deshalb, weil sie persönliche Dokumente und Rechnungen an Fremde geschickt hatte. Dieser Aspekt ist keineswegs zu unterschätzen, da diese Dokumente durchaus von den Betrügern dazu benutzt werden können, um weitere Straftaten zu begehen.

Betroffene können sich für weitere Informationen per E-Mail ([email protected]) oder Telefon (0471 980939) an das EVZ Bozen wenden.

stol

stol