Sonntag, 11. Oktober 2015

VW-Dieselskandal: Stockende Produktion in Wolfsburger Zentrale

Zusätzlich zur Aufarbeitung der Abgas-Affäre hat Volkswagen einem Bericht zufolge mit einer stockenden Fertigung am Stammsitz Wolfsburg alle Hände voll zu tun. „Die Produktion ist zu komplex, die Vielfalt der Fahrzeugvarianten zu hoch“, zitierte die „Welt am Sonntag“ einen Insider aus dem Konzern.

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Archivbild. - Foto: © APA/AP

Nach Informationen des Blattes soll von den Verzögerungen vor allem die neue Ausgabe des Familien-Vans Touran betroffen sein. Die Rede ist von teuren Nachbesserungen und erheblichen Problemen beim Anlauf.

Ein VW-Sprecher sprach dagegen von einer aktuell sehr komplexen Situation in der Fertigung. „Der Hochlauf eines Modells ist immer eine Herausforderung“, erklärte er. Man sei aber zuversichtlich, dass Volkswagen die selbst gesetzten Ziele und Termine einhalten werde.

Die große Zahl an angebotenen Modellen und die komplizierten Strukturen bei VW gelten – unabhängig von der Diesel-Affäre – als eine der größten Baustellen des Autoherstellers mit weltweit rund 600.000 Beschäftigten.

Abläufe vereinfachen und dezentralisieren

Der neue Chef Matthias Müller kündigte an, Abläufe und Entscheidungsprozesse vereinfachen und dezentralisieren zu wollen. Auch ein Sparkurs soll VW wieder in die Spur bringen. Modelle wie der Nachfolger des Luxuswagens Phaeton stehen auf dem Prüfstand.

Der Chef des Autozulieferers Schaeffler, Klaus Rosenfeld, sagte der Zeitung, die Situation bei VW sei „alles andere als hilfreich“. Schäden für die gesamte Autoindustrie befürchte er jedoch nicht.

apa/dpa

stol