Mittwoch, 30. September 2015

VW-Dieselskandal: Volkswagen beurlaubt weitere Mitarbeiter

Im Zuge der Manipulationsaffäre hat Volkswagen einem Bericht zufolge rund ein Dutzend Mitarbeiter beurlaubt. Wie das „Manager Magazin“ am Mittwoch online berichtete, werden die Betroffenen verdächtigt, an Entwicklung und Einsatz der zur Manipulation von Abgaswerten genutzten Software beteiligt gewesen zu sein – oder zumindest frühzeitig davon gewusst zu haben.

Neuwagen des VW-Konzerns stehen auf dem Autoterminal neben dem VW-Werk in Emden (Niedersachsen) zur Verschiffung bereit.
Neuwagen des VW-Konzerns stehen auf dem Autoterminal neben dem VW-Werk in Emden (Niedersachsen) zur Verschiffung bereit. - Foto: © APA/EPA

Der Großteil der beurlaubten Mitarbeiter sei in der Motorenentwicklung und Abgasnachbehandlung tätig gewesen. Unter den beurlaubten Mitarbeitern sind dem Bericht zufolge „Entwickler und Manager auch höherer Hierarchieebenen in Deutschland und den USA“.

Der Rechercheverbund von „Süddeutscher Zeitung“, NDR und WDR hatte am Dienstag berichtet, dass der ranghohe VW-Manager Heinz-Jakob Neußer in den Fokus des Skandals geraten sei. Interne Untersuchungen hätten ergeben, dass der inzwischen beurlaubte Manager 2011 den Hinweis eines Motorentechnikers auf möglicherweise illegale Praktiken abgetan habe.

VW erklärte dem Bericht des Rechercheverbunds zufolge auf Anfrage, derzeit laufe ein „intensiver Aufklärungsprozess“. Erst wenn sich ein „klares Bild“ ergeben habe, könnten Details zum Handeln einzelner Personen genannt werden. Neben Entwicklungsvorstand Neußer sind dem Bericht zufolge zwei weitere Spitzenmanager beurlaubt.

Volkswagen steckt in der wohl tiefsten Krise seiner Geschichte, nachdem vor knapp zwei Wochen bekannt geworden war, dass in den USA Abgaswerte von Diesel-Fahrzeugen mit einer Software manipuliert worden waren. Das Programm kann dafür sorgen, dass im Testbetrieb deutlich weniger gesundheitsschädliche Stickoxide gemessen werden als im regulären Betrieb. Es steckt weltweit in rund elf Millionen Fahrzeugen des Wolfsburger Konzerns.

Martin Winterkorn trat als Konsequenz aus der Affäre als VW-Chef zurück.

apa/afp

stol