Mittwoch, 22. Juni 2016

VW-Hauptversammlung: Schlechte Stimmung bei Aktionären

Der Vorstand und der Aufsichtsrat von Volkswagen haben sich bei der Hauptversammlung in Hannover am Mittwoch erwartungsgemäß heftige Kritik vieler Aktionäre anhören müssen.

Am Mittwoch tagt die VW-Aktionärsvollversammlung.
Am Mittwoch tagt die VW-Aktionärsvollversammlung. - Foto: © APA/EPA

Insbesondere dem amtierenden Aufsichtsratschef und ehemaligen VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch schlug von Anfang an harter Gegenwind entgegen.

Noch vor Beginn der Aussprache der Aktionäre wurden Forderungen laut, Pötsch sowohl die Leitung der Versammlung als auch dessen Platz im obersten Kontrollgremium zu entziehen.

Kritik der Aktionäre

„Der Bock soll hier unseren Garten pflegen“, sagte Aktionär Manfred Klein aus Saarbrücken. Pötsch habe als ehemaliger Vorstand eine Mitverantwortung an der Krise und sei ungeeignet, nun für dessen Aufklärung voranzutreiben. Die Kritiker bemängelten zudem, dass Pötsch ohne Abkühlungsphase vom Vorstand in den Aufsichtsrat gewechselt sei.

Pötsch war im vergangenen Oktober zunächst per Gericht in das Gremium berufen worden. Seine Wahl soll an diesem Mittwoch nachträglich erfolgen.

Antrag zur Abwahl Pötschs scheitert

Erwartungsgemäß konnten sich die Kritiker aber bei der Abstimmung zur Abwahl von Pötsch als Versammlungsleiter nicht durchsetzen. Nur 0,02 Prozent – gleichbedeutend mit 45 463 Stammaktien stimmten für den Antrag. Mit Nein stimmten die Inhaber von 272 580 182 Stammaktien.

dpa

stol