„Natürlich sind diejenigen, die jetzt Geld an der Börse verlieren, auch Kunden von uns“, sagte der VW-Chef im Interview mit der „Bild“-Zeitung am Samstag. „Im Moment allerdings spüren wir keine Auswirkungen. Unsere Auftragsbücher sind gut gefüllt“.Der Autobauer, der zurzeit die Produktion in mehreren Regionen der Welt hochfährt und gleichzeitig Porsche und MAN integrieren muss, steuert mit hohem Tempo auf einen Rekordabsatz zu. „Größe bedeutet für einen Automobilbauer natürlich Stückzahl, Marktanteile und wirtschaftlicher Erfolg“, sagte Winterkorn.Größe bedeute für ihn aber auch Verantwortung. „Langfristig werden rund 500.000 Menschen für uns arbeiten“, erklärte der VW-Chef, der eingestand, dass Größe auch gefährlich werden könne. „Und deshalb passen wir auf, dass wir nicht die Bodenhaftung verlieren. Oder unbeweglich und bürokratisch werden.“VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte erst vor kurzem erklärt, dass er das hohe Wachstumstempo des Autobauers für beherrschbar hält. Als Gesamtbetriebsratsvorsitzender sitzt er im einflussreichen Präsidium des Aufsichtsrats, das die Sitzungen des Kontrollgremiums von Europas größtem Autobauer vorbereitet. Daher kennt Osterloh die aktuelle Entwicklung des Konzerns genau.Winterkorn bekräftigte, dass VW 2013 die Elektroversion des Golf und den Kleinstwagen Up mit Batteriebetrieb auf den Markt bringen wolle. In der Zukunft rechne er für die Ballungsräume mit batteriebetriebenen Fahrzeugen in größerer Stückzahl, Voraussetzung dafür sei aber die nötige Infrastruktur und weitere Fortschritte in der Batterietechnik. Auch Hybrid-Motoren bleiben nach Einschätzung des VW-Chefs noch über 2020 hinaus aktuell, „die Entwicklung der Brennstoffzelle sehe ich dagegen kritischer.“ Beim Thema Wasserstoff sei es noch ein langer Weg bis zu Marktreife.apa/reuters