Mittwoch, 17. Januar 2018

VW und Renault-Nissan-Mitsubishi ringen um Titel des Weltmarktführers

Der deutsche Autobauer Volkswagen und die französisch-japanische Herstellerallianz aus Renault, Nissan und Mitsubishi ringen um den Titel als weltweit größter Autobauer. Die VW-Gruppe verkaufte vergangenes Jahr weltweit 10,74 Millionen Fahrzeuge, wie sie am Mittwoch mitteilte. Bei den reinen Autoverkäufen erklärte sich aber Renault-Chef Carlos Ghosn zum Spitzenreiter.

Der Großteil der verkauften Fahrzeuge, nämlich 6,2 Millionen, entfiel auf die Marke VW.
Der Großteil der verkauften Fahrzeuge, nämlich 6,2 Millionen, entfiel auf die Marke VW.

„Die Allianz ist der größte Autobauer der Welt, das wurde gerade bestätigt“, sagte Ghosn vor dem französischen Parlament. Zwar hatte seine Gruppe vergangenes Jahr insgesamt nur 10,6 Millionen Fahrzeuge weltweit verkauft – allerdings würden bei Volkswagen rund 200.000 Lkw der Marken Scania und MAN eingerechnet, argumentierte Ghosn.

VW-Chef Matthias Müller erklärte, Volkswagen habe im vergangenen Jahr ein „historisch gutes Auslieferungsergebnis“ erzielt. Gegenüber dem Vorjahr verkaufte der Konzern, zu dem Marken wie VW, Audi, Skoda, Seat und Porsche gehören, 4,3 Prozent mehr Autos – ein neuer Rekord. „Wir sind dankbar für das Vertrauen unserer Kunden, das in diesen Zahlen zum Ausdruck kommt“, erklärte Müller.

Großteile der Verkäufe fiel auf VW

Der Großteil der verkauften Fahrzeuge, nämlich 6,2 Millionen, entfiel auf die Marke VW. Dahinter folgen Audi mit knapp 1,9 Millionen und Skoda mit 1,2 Millionen ausgelieferten Autos. Die Marke Seat setzte 2017 weltweit rund 468.000 Fahrzeuge ab, Porsche 246.000.

In der absatzstärksten Region Asien-Pazifik, zu der auch der größte Einzelmarkt China gehört, stiegen die Zahlen um 4,3 Prozent auf 4,5 Millionen Fahrzeuge. In Europa kam der Konzern mit 4,3 Millionen Auslieferungen auf ein Wachstum von 3,3 Prozent. Im Heimatmarkt Deutschland wurden 2017 knapp 1,3 Millionen Fahrzeuge verkauft – ein leichter Rückgang um 0,4 Prozent.

Nicht nur Volkswagen setzte vergangenes Jahr in Europa mehr Autos ab. Erstmals seit zehn Jahren stieg die Zahl der Neuzulassungen aller Hersteller wieder über die Marke von 15 Millionen. 
Die stärksten Zuwächse verzeichneten die Hersteller in Spanien, wo 7,9 Prozent mehr Autos zugelassen wurden, sowie in Italien mit einem Plus von 7,7 Prozent. In Deutschland konnten die Hersteller 3,44 Millionen Neufahrzeugen absetzen – 2,7 Prozent mehr als im Vorjahr.

Britischer Markt in Krise

In eine Krise rutschte hingegen der britische Markt. Dort wurden 2017 insgesamt um 5,7 Prozent weniger Neuwagen zugelassen als ein Jahr zuvor.

apa/afp

stol