Freitag, 23. November 2018

Wäschekonzern Palmers weiter in schwierigem Fahrwasser

Der Wäschekonzern Palmers blickt auf ein schwieriges Geschäftsjahr 2017/18 (per Ende Jänner) zurück und erwartet für das laufende Geschäftsjahr 2018/19 ein negatives Ergebnis. Das Traditionsunternehmen konnte 2017/18 den Umsatz stabil halten, rutschte operativ und vor Steuern aber ins Minus.

Palmers hält sich nur schwer über Wasser Foto: APA
Palmers hält sich nur schwer über Wasser Foto: APA

Vor allem höhere Personal- und sonstige Aufwendungen ließen im abgelaufenen Geschäftsjahr das Betriebsergebnis von 1,78 Millionen auf Minus 0,2 Millionen Euro einbrechen. Außerplanmäßige Wertberichtigungen für Anteile an Palmers Deutschland in Höhe von 3,1 (2,8) Millionen Euro belasteten das Finanzergebnis zusätzlich. Das für das laufende Geschäftsjahr 2018/19 budgetierte positive Ergebnis werde aus heutiger Sicht nicht erreicht werden, teilen die Vorstände Marc und Tino Wieser sowie Matvei Hutmann im heute, Freitag, im Amtsblatt der Wiener Zeitung veröffentlichten Geschäftsbericht mit.

Vor Steuern ergab sich somit ein Minus von 2,0 (Plus 0,56) Millionen Euro. Künftig erwarten die Vorstände aufgrund eingeleiteter Maßnahmen eine geringere Belastung. Zugunsten der deutschen Tochter gibt es auch eine Patronatserklärung für sämtliche Verbindlichkeiten der Verluste schreibenden Gesellschaft.

Zum Bilanzstichtag bestanden zudem Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 3,2 Millionen Euro. Diese haben eine Laufzeit bis 15. Dezember 2018. Der Vorstand geht von einer Verlängerung der Kreditlinien aus. Zum positiven Jahresüberschuss trug vor allem die Aktivierung von 2,7 Millionen Euro an latenten Steuern bei.

Palmers hat 2 Geschäftsbereiche 

Die Palmers-Aktivitäten gliedern sich in 2 Geschäftsbereiche, die Marken „Palmers” und „p2 Wäsche”. Wesentliche Beteiligungen gibt es neben Deutschland in Italien, Kroatien, Tschechien, der Slowakei und in Hongkong.

Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr habe sich der Konsum in der Wäschebranche verhalten gezeigt, in Österreich soll er sich laut Berichten sogar negativ entwickelt haben, erläutern die Vorstände. Der Umsatz in Österreich habe sich flächenbereinigt um 3,2 Prozent verringert. In Österreich werden 118 Filialen betrieben.

Die Marge sei leicht gesunken, bleibe aber weiterhin trotz hoher Rohstoff-, Transport- und Arbeitskosten auf einem sehr guten Niveau. Der Deckungsbeitrag habe sich mit 39 Millionen Euro um 6,7 Prozent verschlechtert. Investiert wurden 1,9 Millionen Euro. Das Unternehmen beschäftigte zum Bilanzstichtag 542 (543) Mitarbeiter (in Köpfen).

Keine Verbesserung in Sicht 

Für das Geschäftsjahr 2018/19 erwarten die Palmers-Vorstände keine deutliche Verbesserung des Marktes. Wie bei anderen Textilien (Oberbekleidung, Schuhe etc.) habe sich der Bodywearmarkt in den für die Gesellschaft relevanten Märkten tendenziell negativ entwickelt. Die Umsetzung von ergebnisverbessernden Maßnahmen werde fortgesetzt.

Auf der Beschaffungsseite ist Palmers hauptsächlich von den Entwicklungen der Rohstoffpreise von Öl und Baumwolle sowie der Lohnpreisentwicklung vor allem in China abhängig. Der mit Abstand wichtigste Beschaffungsmarkt ist China. Um sich bestmöglich gegen Währungsschwankungen zu schützen, tätigt die Gesellschaft die meisten Einkäufe in Euro.

apa

stol