Mittwoch, 21. Oktober 2015

Wall Street im Ferrari-Fieber: Aktie startet zum Preis von 52 Dollar

Die Aktie des Sportwagenherstellers Ferrari startet am Mittwoch an der New Yorker Börse mit einem Ausgabenpreis von 52 Dollar (45,78 Euro).

Ferrari-Börsengang: Ein Mythos wird versilbert.
Ferrari-Börsengang: Ein Mythos wird versilbert. - Foto: © APA/EPA

Der italienische Luxuswagenhersteller bringt 17,18 Millionen Aktien auf den Markt. Bei einem Preis von 52 Dollar wird der Börsengang dem Autobauer 893,4 Mio. Dollar einbringen. Wegen der Option der Banken, weitere 1,17 Millionen Aktien zu kaufen, kann Ferrari mit zusätzlichen Einnahmen in Höhe von 18,8 Mio. Dollar rechnen.

Der Preis liegt mit 52 Dollar an der obersten Spitze der vorgegebenen Preisspanne zwischen 48 und 52 US-Dollar. 

Papiere untre dem Namen "Race"

Am Mittwochnachmittag werden Sergio Marchionne, Vorstandschef von Ferraris Mutterkonzern Fiat Chrysler (FCA), Aufsichtsratschef John Elkann und Ferrari-Finanzchef Alessandro Gili gemeinsam an der Wall Street das Glöckchen zum Handelsstart läuten. Die Papiere werden unter dem Kürzel „RACE“ – zu Deutsch: Rennen – gehandelt werden.

Marchionne feiert damit zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit einen Börsengang. Am 12. Oktober 2014 hatte er die aus der Fusion aus Fiat und Chrysler entstandene FCA an Wall Street geführt.

Im Bann des Börsenganges

Seit dem Initial Public Offering (IPO) des chinesischen Onlinehändlers Alibaba im vergangenen Jahr waren die Börsianer an der Wall Street nicht mehr so im Bann eines Börsenganges. Das Interesse an Ferrari zeige, dass die Marke Ferrari stärker als die Schwierigkeiten der internationalen Autoindustrie nach dem VW-Skandal ist, schreiben italienische Medien.

Marchionne betonte immer wieder, dass Ferrari eine solide Marke sei, die auch der Krise der letzten Jahren Stand halten konnte. In den ersten neun Monaten 2015 machte Ferrari nach Angaben von Fiat Chrysler einen Umsatz von 720 bis 730 Mio. Euro und erzielte vor Steuern und Zinsen einen Gewinn von rund 145 Mio. Euro.

Diese Zwischenbilanz gab dem Aktienkurs von Fiat Chrysler kräftig Auftrieb. Die Einnahmen des Ferrari-Börsengangs werden dem Mutterkonzern FCA Einnahmen zur Finanzierung seines ehrgeizigen Entwicklungsplans bescheren.

Ex-Firmenboss kauft Aktien

Ferrari-Aktien hat auch der langjährige Firmenboss Luca Cordero di Montezemolo erworben. „Wenn man meine vielen Jahren bei Ferrari berücksichtigt, hätte man sie mir schenken sollen“, antwortete Montezemolo auf die Frage, ob er Ferrari-Papiere gekauft habe. Montezemolo, derzeit Verwaltungsratspräsident der Alitalia, hatte Ferrari 23 Jahre lang bis Oktober 2014 geführt.

Bisher gehörte die Nobelmarke zu 90 Prozent Fiat Chrysler und zu 10 Prozent Piero Ferrari, Sohn des legendären Firmengründers Enzo Ferrari (1898-1988), der einst mit dem „Cavallino rampante“, dem sich aufbäumenden Pferdchen, das vielleicht bekannteste Markenzeichen Italiens schuf und in seiner Heimat eine Kultfigur ist.

dpa

stol