Donnerstag, 31. Januar 2019

Waltherpark und Ötzi am Virgl: Auswirkungen auf Bozen simuliert

Wie wirkt sich in Südtirol ein neues Einkaufszentrum auf sein direktes Umfeld aus? Und welche Auswirkungen hat etwa der Bau einer neuen Umfahrungsstraße auf die Frequenzen in einer Südtiroler Ortschaft? Antworten auf diese und andere Fragen gibt nun ein neues, innovatives Instrument: Die Geoanalyse, die in den vergangenen Monaten vom hds – Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol gemeinsam mit dem internationalen Beratungsunternehmen KPMG entwickelt wurde.

Von links Stephan Fetsch, Partner, Deal Advisory und Head of Retail der KPMG AG, hds-Präsident Philipp Moser, Direktor Bernhard Hilpold und der Bereichsleiter im hds für Orts- und Stadtentwicklung und Projektverantwortlicher, Martin Stampfer. -  Foto: DLife
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Von links Stephan Fetsch, Partner, Deal Advisory und Head of Retail der KPMG AG, hds-Präsident Philipp Moser, Direktor Bernhard Hilpold und der Bereichsleiter im hds für Orts- und Stadtentwicklung und Projektverantwortlicher, Martin Stampfer. - Foto: DLife

Die Geoanalyse wurde am Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz im Auktionssaal des Merkantilgebäudes in Bozen mit aktuellen Südtiroler Fallbeispielen vorgestellt: Es wurde gemessen, wie sich der Waltherpark und die Verlegung von Ötzi auf den Virgl auswirken würden.

Damit die Qualität des Lebensraumes steigern

„Die Geoanalyse ist ein wichtiger Bestandteil für die Umsetzung unserer Vision 2020“, erklärte hds-Präsident Philipp Moser. Der hds hat es sich zum Ziel gesetzt, Kompetenzzentrum für die Entwicklung von Südtirols Städten, Innenstädten und Stadtteilen sowie Dörfern zu werden.

Dabei spielen auch ortsrelevante Betriebe in den Bereichen Gastronomie, Dienstleistungen, Privatvermietung und ortsgebundenes Handwerk eine wesentliche Rolle.

Auswirkungen auf Landkarte simulieren

Die Geoanalyse ist eine digitale Landkarte Südtirols, die imstande ist, zukünftige Auswirkungen zu simulieren, Aufschluss über die Frequenzen sowie die Passantenströme zu geben und ist somit ein verlässlicher Indikator für die Attraktivität einzelner Bezirke, Orte oder Einkaufsstraßen.

„Die Messung und Simulation der Standortattraktivität setzt eine umfassende Datengrundlage voraus“, so Handelseperte Stephan Fetsch, der die Entstehungsgeschichte, die Dimension und vor allem die Einzigartigkeit der Geoanalyse Südtirol schilderte.

Dieser zugrunde liegen unter anderem alle Südtirol betreffende demographischen Daten und alle signifikanten touristischen Zahlen.

Test: Kaufhaus „Waltherpark“ und Ötzi-Museum auf dem Virgl

Abschließend wurden bei der Pressekonferenz als konkrete Fallbeispiele die Auswirkungen des neuen Kaufhauses „Waltherpark“ in Bozen samt vorgeschlagener Verlegung des Ötzi-Museums auf den Virgl simuliert.

So würde der Waltherpark eine Frequenz von bis zu 16.000 Besuchern pro Tag aufweisen. Zwar würden einige wenige Straßen und Plätze in der direkten Umgebung des Einkaufszentrums davon profitieren - etwa die Lauben und der Waltherplatz, andere Stadtteile hingegen würden an Attraktivität und Frequenz einbüßen, wie etwa Gries.

Die bestehenden Einkaufszentren in Bozen Süd würden ebenfalls Rückgänge verzeichnen, das Twenty laut Simulation bis zu 12 Prozent, das Centrum bis zu 14 Prozent.

Die Verlegung der Eismumie Ötzi hätte noch weit drastischere Auswirkungen auf die Innenstadt: Laut der Simulation durch den hds würde es eine Einbuße der Touristenfrequenz in der Innenstadt - wo Ötzi derzeit ausgestellt ist - von bis zu 20 Prozent geben.

stol

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stol