Samstag, 17. Dezember 2016

Warten auf Bargeld: Unmut in Venezuela wegen fehlender Banknoten

In dem unter einer galoppierenden Inflation leidenden Venezuela ist es zu Protesten wegen Verzögerungen bei der Ausgabe von neuen Geldscheinen gekommen.

Seit Tagen versinkt Venezuela in einem Währungschaos.
Seit Tagen versinkt Venezuela in einem Währungschaos. - Foto: © APA/AFP

In mehreren Städten des Landes gingen am Samstag Medienberichten zufolge Menschen auf die Straße. In der Gemeinde Sifontes im südlichen Bundesstaat Bolívar seien einige Geschäfte geplündert worden, berichtete die Zeitung „El Nacional“ unter Berufung auf den örtlichen Bürgermeister.

Venezuela versinkt seit Tagen in einem Währungschaos. In dem sozialistisch regierten Ölstaat sollen neue Geldscheine in Umlauf gebracht werden – die früher meist verwendete Banknote in Wert von 100 Bolívar ist seit Freitag offiziell wertlos.

Einführung war eigentlich für Donnerstag geplant

Die neuen Geldscheine lassen aber auf sich warten, in den letzten Tagen bildeten sich lange Warteschlangen vor den Banken. Der neue 500-Bolívar-Schein hätte eigentlich am Donnerstag eingeführt werden sollen. Allerdings sind die Banknoten noch nicht in Venezuela eingetroffen, wie es aus Bankenkreisen hieß.

Venezuela kämpft mit der höchsten Inflation weltweit. Experten rechnen mit 600 bis 700 Prozent Inflation im laufenden Jahr. Zudem leidet das Land unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise.

dpa

stol