Mittwoch, 22. April 2020

Warten auf Tag X

8 Wochen: So lange wird der Lockdown gedauert haben, wenn Italien Phase 2 im Kampf gegen Corona am 4. Mai einläutet. Nirgendwo sonst in Europa sind die Einschränkungen so streng. Der Schaden für das Land ist immens.

Nirgendwo sonst in Europa sind die Einschränkungen so streng wie in Italien.
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Nirgendwo sonst in Europa sind die Einschränkungen so streng wie in Italien. - Foto: © ANSA / ALESSANDRO DI MARCO
Die Produktion in den allermeisten Unternehmen steht seit Wochen still. Unternehmen verlieren Aufträge. Mitarbeiter sitzen zu Hause und zählen die Tage und das verbliebene Geld im Portemonnaie.

Der Shutdown dauert für sie schon zu lange, wie sie in der aktuellen Ausgabe des „WIKU“ berichten. Betriebe und Mitarbeiter kommen an die Grenzen ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten. Allen ist klar: Phase 2 im Kampf gegen Corona muss nun so bald als möglich eingeleitet werden. Unternehmer- und Gewerkschaftsvertreter sind sicher: Gesundheit und Arbeit sind keine Widersprüche, wenn strenge Auflagen eingehalten werden. Doch aus Rom weht den Südtiroler Befürwortern einer leichten Lockerung eisiger Wind entgegen.




„Der Druck von allen Seiten auf die Regierung muss steigen. Man muss starten, sonst werden die Probleme immer größer,“ sagt der Vorsitzende des Autonomen Südtiroler Gewerkschaftsbundes, Tony Tschenett. „So einen langen Stillstand können wir uns nicht leisten.“

Und man ist nicht untätig geblieben: Bereits am 14. März haben der italienische Unternehmerverband Confindustria und die gesamtstaatlichen Gewerkschaften ein erstes nationales Protokoll unterzeichnet. Darin geht es um die Frage, wie die Gesundheit der Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz geschützt werden kann – ohne diesen geschlossen zu halten. In Südtirol haben Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften dieses Abkommen – als erste in Italien – an die lokalen Gegebenheiten angepasst. Sie wollen zeigen: Wir wollen wieder arbeiten und wir können es – und zwar sicher.




d

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