<BR /><BR />Öl ist nach wie vor der wichtigste Rohstoff der Welt. Es ist die Basis für fast alle Treibstoffe und die Chemieindustrie. Ohne Öl also kein Benzin, Diesel oder Kerosin, keine Kunststoffe, keine Farben oder Düngemittel. Entsprechend nervös reagiert die Wirtschaft, wenn das Angebot an Öl knapp wird und der Preis für das „schwarze Gold“ klettert. Denn: Steigt der Ölpreis, steigen auch die Transportkosten und die Preise vieler Produkte – das befeuert die Inflation.<BR /><BR />Aktuell treibt die Eskalation im Nahen Osten die Kurse nach oben. Aus Sorge vor Lieferengpässen stieg der Preis für die Nordseesorte Brent am Montag auf über 100 US-Dollar pro Barrel (159 Liter). Ein Blick in die Vergangenheit zeigt jedoch: So drastisch der aktuelle Anstieg auch wirkt, er ist noch ein Stück von den historischen Rekordmarken entfernt.<h3> 2008: Allzeithoch und Absturz</h3>Das Jahr 2008 markiert die bisher wildeste Berg- und Talfahrt am Ölmarkt. Getrieben durch den massiven Hunger nach Energie in China und Indien, politische Unruhen und Finanzspekulationen, schoss der Preis für Brent-Öl im Juli auf 147 US-Dollar – bis heute ungeschlagener Allzeitwert. Mit Beginn der Finanzkrise brach die Nachfrage jedoch zusammen und im Dezember 2008 lag der Preis bei gerade einmal 35 US-Dollar.<h3> 2011/12: Arabischer Frühling</h3>In den darauffolgenden Jahren stieg der Ölpreis stetig wieder an und erreichte in den Jahren 2011 und 2012 neue Höchststände. Auslöser waren zunächst die politischen Unruhen des Arabischen Frühlings, die die Ölförderung in Libyen lahmlegten, sowie 2012 die Spannungen mit dem Iran, die zusätzliche Unsicherheit verursachten. In der Folge blieb der Ölpreis bis weit in das Jahr 2014 hinein konstant über der 100-Dollar-Marke.<BR /><BR />Diese Hochpreisphase endete jedoch, als die USA ihre Öl-Förderung durch Fracking massiv ausbauten. Plötzlich gab es mehr Öl auf dem Weltmarkt als gebraucht wurde. Einen ähnlichen Preisabfall erlebte Öl erst wieder 2020 mit Beginn der Corona-Pandemie, als man Brent für unter 10 Dollar je Barrel bekam. <h3>2022: Russische Invasion in der Ukraine</h3>Der letzte große Höhepunkt, an den sich die meisten noch erinnern, war 2022 zu Beginn des Ukrainekriegs. Russland, ein bedeutender Öllieferant, wurde sanktioniert, das Angebot verknappte sich, die Preise stiegen erneut über 100 US-Dollar und die Teuerung nahm europaweit zu. <BR /><BR />Nun zeigt die Preis-Kurve wieder nach oben. Ob auch diesmal die Inflation befeuert wird, hängt vor allem davon ab, wie lange der Preisanstieg andauern wird.