Über mehrere Jahrzehnte mussten Diesel-Fahrer beim Tanken deutlich weniger tief in die Brieftasche greifen als die Benziner-Besitzer. Im August des Vorjahres war diese Ära dann vorbei. <BR /><BR />Der Geruch der guten alten Diesel-Jahre weht zwar noch nicht über die Tankstellen, denn derzeit sind es wenige Cent, die zwischen Super und Diesel liegen. Aber immerhin: Der „Gelbe“ aus der Zapfsäule ist seit Monaten erstmals wieder günstiger zu haben als die anderen Treibstoffe. <BR /><BR />Nach den aktuellen Daten der staatlichen Überwachungsstelle für die Preise kostete der Liter Benzin an der Selbstbedienungstankstelle am Stichtag 19. Februar im Durchschnitt 1,866 Euro pro Liter,, während Diesel für 1,844 Euro pro Liter in den Tank sprudelt; bei Bedienung an der Tankstelle wird offiziell ein Literpreis von 2,007 Euro für Benzin und 1,988 Euro für Diesel ermittelt.<h3> Volle Lager und das Embargo</h3>Wie lässt sich erklären, dass der Dieselpreis erstmals seit August 2022 wieder unter die Marke fürs Benzin rutscht? Mit den oft recht rätselhaften Gesetzen des freien Marktes! Einmal sinkt die allgemeine Konsum- und Kaufbereitschaft, daher verbrennt das Transportwesen für Lkw und Kleinlaster weniger Treibstoff: Weniger Nachfrage bedeutet auch niedrigere Preise.<BR /><BR />Zum Preisrutsch beigetragen haben dürfte auch der Importstopp der EU für russisches Erdöl, der am 5. Februar in Kraft trat. Weil die Erdölmultis durch das Embargo eine Preissteigerung befürchteten, füllten sie ihre Lager vorher noch schnell auf – die gehorteten enormen Mengen drücken ebenfalls auf den Preis. Russland selbst ist durch den Importstopp gezwungen, die Verkaufspreise für Rohöl zu senken, vor allem China und Indien kaufen dort fleißig weiterhin ein; diese beiden Staaten wiederum beliefern auch Europa mit günstigen Treibstoffen. <BR /><BR /><BR /><BR /><BR />