Sie können zum psychologischen Anker und praktischen Rettungsring werden. Im neuesten Wirtschaftsbulletin der EZB veröffentlichen die Ökonomen Francesca Faella und Alejandro Zamora-Pérez die Studie mit dem Titel „Keep calm and carry cash“ – auf Deutsch: „Ruhig bleiben und Bargeld bei sich haben“. Die Empfehlung ist klar: Jeder Bürger im Euroraum sollte für Notfälle einen kleinen Vorrat an Bargeld zu Hause aufbewahren.<BR /><BR />Die Experten verweisen auf internationale Richtwerte: In Österreich, den Niederlanden und Finnland empfehlen Behörden, pro Person zwischen 70 und 100 Euro für die ersten 72 Stunden einer Krise bereitzuhalten. In Schweden lautet die Empfehlung sogar: Bargeld für eine Woche.<BR /><BR />Die Forscher betonen nicht nur die technische Unabhängigkeit von Bargeld, sondern auch seine psychologische Wirkung. In unsicheren Zeiten verschaffe es „Komfort und Kontrolle“. Als greifbares Gut biete es unmittelbaren Wert, sichere Privatsphäre bei Transaktionen – und beruhige damit auch die Menschen. „In den instabilsten Phasen wird der Reiz des Bargelds verstärkt.“<BR /><BR />Die Liste der Beispiele ist lang: die griechische Schuldenkrise, der Bankrun nach Beginn der Ukraine-Invasion, die Bargeldhortung während der Corona-Pandemie – und zuletzt der Blackout in Spanien im April 2025, der digitale Zahlungen über Stunden hinweg unmöglich machte. Immer wieder zeigt sich: Wenn digitale Systeme versagen, wird Bargeld zum unverzichtbaren „Ersatzreifen“.