Der Blick zurück: Jahrelang waren Spareinlagen wie Sparbriefe oder Festgeld aus der Mode geraten – zumindest solange, bis die Europäische Zentralbank an der Zinsschraube drehte und den Einlagenzins bis Sommer 2023 auf den historischen Höchstwert von 4,0 Prozent anhob. Die Folge war, dass Spareinlagen für Bankkunden so viel einbrachten wie lange nicht mehr: 3,0 Prozent Zinsen und in Einzelfällen sogar noch mehr gab es für Sparer, die ihre Einlagen für einige Jahre nicht anrührten.<h3> Gebundene Einlagen bringen weniger</h3>Mit der Zinswende, die die EZB im Juni 2024 einläutete, fand diese Entwicklung ein jähes Ende. Wer seine Ersparnisse für einen festgelegten Zeitraum nicht anfasst, wird dafür seither weniger belohnt als zuvor. Aktuell liegen etwa die Angebote für Festgeld wieder deutlich unter 3 Prozent, eher in einer Spanne zwischen 1,8 und 2,5 Prozent. Das ist zwar immer noch mehr als vor einigen Jahren, aber deutlich weniger als 2023. Je nach Angebot ist der Realzins, der auch die Inflation berücksichtigt, leicht positiv bzw. leicht negativ. Zuletzt lag die Teuerungsrate in Bozen bei 2,0 Prozent.<BR /><BR />Mit jeder weiteren Zinssenkung – den letzten Schritt beschloss die EZB am Donnerstag – dürfte sich dieser Trend fortsetzen und Spareinlagen gegenüber anderen Anlageformen an Zuspruch verlieren. <h3> Zinsen bei Bankkonten ändern sich kaum</h3>Kaum von den EZB-Bewegungen betroffen, und zwar in jedweder Richtung, sind indes die Habenzinsen auf private Bankkonten. Sie reagieren nicht auf Änderungen des EZB-Leitzinses, weil sie hauptsächlich dem täglichen Zahlungsverkehr dienen und nicht zum Sparen gedacht sind. Zudem muss das Kapital auf gewöhnlichen Verbraucherkonten stets kurzfristig verfügbar bleiben, wodurch Banken es nicht rentabel anlegen können. Die Kreditinstitute konzentrieren sich eher darauf, gute Konditionen wie gebührenfreie Konten oder zusätzliche Services anzubieten, anstatt hohe Habenzinsen zu zahlen, um Kunden zu gewinnen. Hohe Zinsen auf normalen Konten wären für Banken finanziell wenig attraktiv.