„Moralisch ist das nicht in Ordnung“, sagt ASGB-Chef Tony Tschenett. <BR /><BR />Wie viele Menschen betroffen sind, weiß Tony Tschenett nicht. „Aber bei uns haben sich schon einige dazu beraten lassen“, sagt er. Denn sie alle haben vor Kurzem einen unerfreulichen Brief erhalten: 1000 Euro sollen sie jetzt zurückzahlen – eine Summe, die sie einst als Corona-Unterstützung bekommen hatten. „Das ist schmerzlich und tut weh“, weiß auch Tony Tschenett. <BR /><BR /><embed id="dtext86-63950226_quote" /><BR /><BR />Laut dem ASGB-Vorsitzenden konnten all jene, die zwischen dem 1. Januar 2019 und dem 17. März 2020 im Tourismussektor arbeiteten und unfreiwillig die Arbeit verloren haben, ein Ansuchen stellen, um einen Bonus von 600 Euro zu erhalten. Das regelte ein erstes staatliches Dekret. „Mittels eines zweiten staatlichen Dekrets wurden den Betroffenen weitere 1000 Euro vom staatlichen Fürsorgeinstitut NISF/INPS ausgezahlt“, erklärt Tschenett. <BR /><BR />Die im Tourismussektor tätigen Arbeitnehmer mussten dafür nicht einmal ein weiteres Ansuchen stellen – Voraussetzung war, dass sie den 600 Euro-Bonus bekommen hatten. „Das NISF/INPS hat nun festgestellt, dass einige Personen gar kein Anrecht auf die 1000 Euro hatten“, erläutert Tschenett. <BR /><BR /><embed id="dtext86-63951830_quote" /><BR /><BR />Denn das zweite Dekret bestimmte, dass die 1000 Euro nur all jene erhalten sollten, die am 15. August 2020 kein Arbeitsverhältnis hatten. Ausgezahlt worden war das Hilfsgeld aber an alle mit dem 600 Euro-Bonus. Die Erkenntnis dafür kommt jedoch reichlich spät, immerhin sind seit dem Sommer 2020 beinahe 4 Jahre vergangen. Warum? „Die Zahlung der Corona-Hilfe erfolgte automatisch. Das NISF/INPS hat das erst kürzlich kontrolliert“, erklärt Tschenett. <BR /><BR />Gesetzlich sei die Rückzahlung in Ordnung, moralisch aber weniger, findet der ASGB-Chef. „Die Menschen hatten damals einen großen Ausfall. Viele erhielten weder einen Lohn noch eine Arbeitslosenunterstützung.“ <h3> Unfaire Bonuszahlungen</h3>Außerdem seien die Bonuszahlungen sowieso ein heißes Eisen. „Andere Bereiche, wie etwa die Handwerker oder die Bauern haben auch den 600 Euro-Bonus erhalten – egal ob sie gearbeitet haben oder nicht“, sagt Tschenett. <BR /><BR />Dies sei gegenüber jenen, die im Tourismussektor arbeiteten, nicht gerechtfertigt. „Da hat man mit dem 15. August 2020 einfach ein Datum hergenommen.“ Die Betroffenen selbst treffe sowieso keine Schuld, sie hätten ja nicht mal für die 1000 Euro angesucht. 30 Tage ab Zustellung des Schreibens haben sie nun Zeit, den Betrag zu begleichen.