<BR />Die USA zählen zu den bedeutendsten Handelspartnern Europas – das gilt auch für Südtirol. Zwar sind hierzulande besonders Deutschland, Österreich und die Schweiz die wichtigsten Abnehmer Südtiroler Exporte, aber der Außenhandel mit den USA nimmt seit Jahren stark zu. „In den letzten 3 Jahren sind sowohl Exporte als auch Importe gewachsen“, erklärt Georg Lun, Direktor des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) der Handelskammer Bozen.<BR /><BR />In Zahlen ausgedrückt: 2021 exportierte Südtirol Waren im Wert von 291 Millionen Euro in die USA. Bis 2023 erhöhte sich dieser Wert auf 454 Millionen Euro, was etwa 6 Prozent des gesamten Exportvolumens entspricht. Das bedeutet einen Anstieg der Exporte um 50 Prozent innerhalb von 3 Jahren. „Zu den wichtigsten Produktgruppen zählen Metallwaren, Lebensmittel und Getränke sowie Maschinen und Anlagen“, erläutert Lun.<h3> Trump will Zölle auf alle Importe</h3>Mit Trump steht nun ein Präsident an der Spitze der USA, der die amerikanische Wirtschaft um jeden Preis schützen und stärker machen will – auch auf Kosten anderer. Er setzt deshalb auf Zölle.<BR /><BR /><embed id="dtext86-67276863_quote" /><BR /><BR />„Zoll“ sei das schönste Wort in seinem Wörterbuch, erklärte er vor einigen Wochen. Mehrfach kündigte der Republikaner an, einen Zoll-Grundsatz von 10 bis 20 Prozent auf alle Importe – auch aus Europa – erheben zu wollen. Auf Einfuhren aus China will er bis zu 60 Prozent Zoll draufschlagen. „Dies hätte Auswirkungen auch auf Südtirol, aber auch insgesamt für die gesamten globalen Lieferketten. Zölle wären wie Sand im globalen Wirtschaftsgetriebe“, sagt Lun. <BR /><BR />Wie Europa steckt auch die US-Industrie in einer Krise. Der globale Freihandel ermöglichte es vielen Unternehmen, ihre Produktion in Länder mit niedrigeren Kosten zu verlagern. „Der gesamte Industriegürtel der USA wurde dadurch geschwächt“, erklärt Lun. Trump wolle diesen Trend um jeden Preis umkehren.<h3> Steigende Verteidigungsausgaben schwächen Wirtschaft</h3>Doch nicht nur die Zölle, sondern auch die außenpolitischen Auswirkungen Trumps dürfe man nicht vernachlässigen, betont Lun. Im Verteidigungsbereich fordert Trump seit Jahren, dass Europa mehr investiert. „Sollte er diesen Kurs fortsetzen und die europäischen Länder tatsächlich höhere Verteidigungsausgaben stemmen müssen, würde dies die Mittel für Sozial- und Wirtschaftspolitik deutlich einschränken“, sagt Lun.<BR /><BR />Für den Unternehmerverband Südtirol (UVS) ist das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahl ein klares Zeichen dafür, dass Europa mehr denn je gefordert ist und seine Zukunft vor allem auch in den strategischen Bereichen der Außenpolitik, in der Innovation in der Energiepolitik und in der Verteidigung selbst in die Hand nehmen muss.<BR /><BR />„Europa muss seine Wettbewerbsfähigkeit stärken. Wir müssen auf unsere Innovationskraft setzen und Vorreiter im technologischen Fortschritt werden. Damit dies gelingt, brauchen wir eine schlanke Bürokratie“, sagt UVS-Präsident Heiner Oberrauch.