Wer profitiert – und wie stark? Hier gibt es einen Überblick.<BR /><BR /><b>Wer soll den größten Zuschuss erhalten?</b><BR />Vor allem Haushalte mit niedrigem Einkommen, die bereits den Sozialbonus beziehen. Für rund 2,7 Millionen Familien gibt es 2026 einen zusätzlichen Rabatt von 115 Euro. Dieser ergänzt den bestehenden Bonus von rund 200 Euro. Insgesamt kann die Entlastung damit bis zu 315 Euro jährlich erreichen.<BR /><BR /><b>Welche Einkommens- und Vermögensgrenze gilt?</b><BR />Anspruch auf den Sozialbonus haben Haushalte mit einem ISEE bis 9.796 Euro, bei Familien mit mindestens vier Kindern liegt die Grenze bei 20.000 Euro. Voraussetzung ist eine gültige ISEE-Erklärung, da der Bonus automatisch über die Stromrechnung verrechnet wird.<BR /><BR /><b>Gibt es einen Rabatt auch bei höheren ISEE-Werten?</b><BR />Ja, auch Haushalte mit einem ISEE bis 25.000 Euro, die bisher keinen Sozialbonus beziehen, sollen entlastet werden. Sie können einen einmaligen Beitrag von bis zu 60 Euro auf die Stromrechnung erhalten. Allerdings ist dieser nicht garantiert: Die Energieanbieter können selbst entscheiden, ob sie ihren Kunden den Rabatt gewähren.<BR /><BR /><b>Muss man den Bonus beantragen?</b><BR />Nein. Voraussetzung ist lediglich ein gültiger ISEE. Die zuständigen Behörden gleichen die Daten automatisch ab, sodass die Entlastung direkt in der Stromrechnung berücksichtigt wird.<BR /><BR /><b>Was sieht das Dekret für Unternehmen vor?</b><BR />Auch Betriebe sollen entlastet werden. Vorgesehen ist ein automatischer Rabatt auf den Strompreis von durchschnittlich 6,8 Euro pro Megawattstunde, insgesamt stehen dafür rund 850 Millionen Euro zur Verfügung. <BR /><BR /><b>Woher sollen die Mittel für die Entlastungen kommen?</b><BR />Ein Teil der Entlastung soll über höhere Abgaben für Energieunternehmen finanziert werden. Vorgesehen ist eine Erhöhung der Wertschöpfungssteuer Irap um zwei Prozentpunkte für den Energiesektor. Mit den zusätzlichen Einnahmen sollen Systemkosten gesenkt werden, die sich direkt auf die Energierechnung auswirken. Energieunternehmen könnte die Steuererhöhung laut Schätzungen mehrere Prozent Gewinn kosten.<BR /><BR /><b>Welche sind die nächsten Schritte?</b><BR />Nach dem Beschluss im Ministerrat wird das Dekret im Amtsblatt veröffentlicht und tritt in Kraft. Gleichzeitig wird es an Abgeordnetenkammer und Senat weitergeleitet, die es innerhalb von 60 Tagen in ein Gesetz umwandeln müssen. In diesem Zuge sind noch Änderungen möglich. Die konkreten Details zur Umsetzung und Anwendung der Boni legt die Energieregulierungsbehörde ARERA fest.<BR /><BR /><b>Was meint die Alperia zum neuen Energiedekret?</b><BR /> „Wir müssen uns das noch im Detail ansehen, werden aber die Neuerungen selbstverständlich wie vorgesehen umsetzen“, sagt Alperia-Generaldirektor Luis Amort auf Nachfrage. Die Zielrichtung der Maßnahmen bewertet er grundsätzlich positiv: „Die Idee, vor allem niedere Einkommen zu unterstützen, teilen wir ausdrücklich.“ Kritisch sieht Amort naturgemäß die geplante Erhöhung der Irap für Energieunternehmen. <BR /><BR />„Dass wir als Energieanbieter die Maßnahmen finanzieren sollen, erfreut uns natürlich nicht. Aber jetzt muss man abwarten, ob es tatsächlich so kommt oder ob andere Wege gefunden werden.“<BR /><BR /><b>Wie bewerten die Verbraucherschützer die Maßnahmen?</b><BR />Gunde Bauhofer von der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) meint: „Grundsätzlich hilft alles, was Entlastung bringen kann.“ Nur sei es wieder einmal so, dass der Kreis jener, die wirklich Entlastung spüren, überschaubar bleiben dürfte. <BR /><BR /> „Insgesamt muss man sagen, dass die ISEE-Werte nach wie vor viel zu niedrig angesetzt sind.“ Hinzu komme mangelnde Planbarkeit. „Das Stückwerk bei den Boni und Vergünstigungen geht weiter. Immer gibt es etwas Neues, und jedes Jahr ändern sich die Rahmenbedingungen. So lässt sich auch ein Familienbudget nicht ordentlich planen. Ich hoffe, das nimmt irgendwann ein Ende.“ <BR /><BR />Ein praktischer Rat zum Schluss: „Unbedingt daran denken, den ISEE zu machen.“