„GOAT“-Debatten sind fast so alt wie der Profisport selbst. Dabei geht es einzig und allein um die Frage, wer wohl der Größte der Geschichte, der „Greatest Of All Time (GOAT)“ eben, war. Was den Südtiroler Sport angeht, dürften jegliche Zweifel mit dem Australian-Open-Sieg Sinners ausgeräumt sein. Er gewann in der Weltsportart Tennis ein Grand-Slam-Turnier. Sinner ist Südtirols „GOAT“ – und auch der größte Verdiener, nicht erst seit dem Triumph von Melbourne. <h3> Sinners Einnahmequellen </h3>Die Erlöse eines Sportlers lassen sich grob in zwei große Blöcke einteilen: Zwischen dem, was er auf dem Platz verdient (Preisgelder) und außerhalb davon (hauptsächlich Sponsoring und Licensing).<BR /><BR />2023 kassierte Sinner mittels Preisgeldern bei Turnieren 8,3 Millionen Euro. Zusätzlich gingen über die Sponsoringschiene weitere 20 Millionen Euro ein. Drei Viertel davon entfielen laut „Forbes“ auf den 10-Jahres-Vertrag mit dem mit Abstand größten Sportartikelhersteller der Welt Nike, der eine Gesamtsumme von 150 Millionen Euro – also 15 Millionen Euro pro Jahr – vorsieht. Der Deal wurde im Frühjahr 2022 abgeschlossen. <BR /><BR />Weitere 5 Millionen Euro flossen von Sinners Werbepartnern zu; darunter die Luxusmarken Rolex und Gucci, Alfa Romeo, Fastweb, Technogym, Lavazza und Parmigiano Reggiano. Zum Vergleich: Marcel Hirscher, der zwischen 2011 und 2019 insgesamt 8 Mal den Ski-Gesamtweltcup gewann, soll laut Schätzungen „nur“ 2 Millionen Euro pro Jahr eingenommen haben – über Sport und Sponsoring. <BR /><BR />Mit Gesamteinnahmen von 28,3 Millionen Euro lag Sinner aber noch deutlich hinter dem Tennis-Krösus Novak Djokovic. Der Weltranglisten-Erste und „GOAT“ im Tennissport (zumindest nach Grand-Slam-Titeln) verdiente im vergangenen Jahr insgesamt 38,4 Millionen Euro – auf dem Platz und außerhalb. Dabei sei erwähnt, dass Tennis eine sehr steile Einnahmenpyramide aufweist: Die Top 10 verdienen sehr viel, einige (die ersten 150) ganz gut und der ganze Rest eigentlich zu wenig. <BR /><BR />2024 werden die Karten neu gemischt, wie Djokovic bei seiner Halbfinal-Niederlage in Australien erfahren musste. Und möglicherweise auch finanziell. Sinner sackte dank seines Grand-Slam-Siegs in der „Rod Laver Arena“ fast 2 Millionen Euro ein. Er verdiente also in einem Monat ein Viertel der gesamten Preisgelder von 2023. <BR /><BR />Zudem ist sein Marktwert, der sich aus seinen Erfolgen und seiner Beliebtheit zusammensetzt, zuletzt exorbitant angestiegen. Sinner ist zu einem – am Wochenende phasenweise zum größten – Sportstar in Italien und weltweit geworden. Auch sein Instagram-Account ist binnen weniger Wochen von 1,5 auf 2 Millionen Follower angestiegen. Kein Südtiroler Sportler kommt auf annähernd hohe Werte: Dorothea Wierer folgen knapp 650.000 Fans, Tania Cagnotto 390.000, Dominik Paris weniger als 200.000. <h3> Auf dem Weg zur Nummer 1?</h3>Was bedeutet all das für Sinners Sponsoringeinnahmen? Sie werden rasant ansteigen, weil je nach Vertrag Erfolgsprämien ausgeschüttet werden und auslaufende bzw. neue Verträge nach oben hin angepasst werden. Die Details kennen wohl nur Sinner selbst und seine Londoner Agentur für Sportmanagement Starwing Sports. <BR /><BR />Und noch etwas spricht für Sinner im Vergleich zu Djokovic: In Aktiensprache würde man sagen, dass der Sextner ein Wachstumswert ist. Ihm gehört die Tennis-Zukunft, dieses Narrativ lieben Marken. Gut möglich also, dass Sinner schon heuer dem Serben gefährlich nahe kommt – sportlich und monetär. Ob es zur Nummer 1 reicht, steht freilich auf einem anderen Blatt. <BR /><BR />Den Wohnsitz haben beide an der französischen Riviera, im Steuerparadies Monaco. Das Fürstentum verlangt seit über 150 Jahren von seinen Einwohnern weder Einkommens- noch Vermögenssteuern.