„Wenn das System nicht imstande ist, seine Schulden zu zahlen, dann sollte man sich das Geld besser einteilen oder Aufträge erst gar nicht vergeben", so LVH-Präsident Gert Lanz in einer Pressemitteilung.STOL hat am Donnerstag über die leere Landeskassa berichtet.Auch Land müsse Zahlungsfristen einhaltenErst kürzlich habe die Regierung ein Gesetzesdekret erlassen, wonach der öffentlichen Hand bei Zahlungen nur mehr einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stehe, schreibt der LVH.Auch das Land sei also gesetzlich verpflichtet, Zahlungen an Gläubiger innerhalb 30 Tagen abzuwickeln.„Es kann doch nicht sein, dass das Land nicht imstande ist, seinen Gläubigern und Lieferanten ihr Geld zukommen zu lassen", so Lanz, "besonders nicht, wenn das Geld in Rom liegt und nur wegen bürokratischer Hürden nicht nach Bozen geschickt werden kann."„Besonders am Jahresende viele Abgaben“Vor allem Kleinbetriebe seien durch solche Zahlungsverzögerungen extrem belastet. Gerade jetzt zum Jahresende seien zahlreiche Abgaben zu leisten: Darlehensraten und auch Steuern.„Jetzt im Dezember wird die zweite IMU-Rate fällig, da soll mal einer versuchen zu sagen, ich habe das Geld nicht, ich zahle die IMU erst im nächsten Jahr…dann wird aber eine saftige Strafe fällig", so Lanz.Wie, frage man sich beim LVH, soll der durchschnittliche Südtiroler Betrieb mit seinen drei Mitarbeitern es schaffen, auf Liquidität zu achten, wenn dies nicht einmal einem Apparat wie der Landesverwaltung gelingt.Was die Handwerker empöre, sei, dass Geld, das ja vorhanden wäre, wegen bürokratischer Verwerfungen einfach nicht ausgezahlt werde. "Entweder das Land macht es sich zu einfach, oder das System ist total veraltet und zu langsam", unterstreicht Gert Lanz.Daher sei die Frage angebracht, ob man sich solch veraltete Systeme überhaupt noch leisten könne und wolle.