<BR /><BR />Das Problem liegt auf der Hand: Während der Bedarf an Mitarbeitern in Hotellerie und Gastronomie stetig steigt und sich in den vergangenen zwanzig Jahren verdoppelt hat, sinkt die Zahl der Erwerbstätigen kontinuierlich – bis 2035 werden es voraussichtlich 10.000 weniger sein. Der Arbeitsmarkt wird damit künftig noch umkämpfter.<BR /><BR />„Wer Fachkräfte gewinnen will, muss künftig mehr Zeit und Ressourcen investieren. Mitarbeiter wollen gefunden und gebunden werden“, betont Judith Rainer, Vizepräsidentin des HGV. Dabei helfen soll nun eine gemeinsame Arbeitgebermarke für Südtirols Hospitality-Branche. Diese hat der HGV im Rahmen seiner Fachtagung bei der „Hotel“-Messe am Mittwoch offiziell vorgestellt. <h3> Image des Sektors stärken</h3>„Unter dem Namen JOIN soll Südtirols Gastronomie- und Tourismussektor als attraktiver, moderner Arbeitgeber positioniert werden“, erklärt HGV-Präsident Manfred Pinzger. „Das verstaubte Image muss endlich aufgewertet und die Stärken des Sektors aufgezeigt werden, wie die vielfältigen Berufsprofile, flexible Arbeitszeitmodelle, Karrierechancen und attraktive Verdienstmöglichkeiten“, so Pinzger.<BR /><BR /><embed id="dtext86-71866876_quote" /><BR /><BR />Im Rahmen einer Kampagne sollen diese Stärken des Sektors künftig noch sichtbarer werden. Besonders wichtig sei es, Schüler, Studierende und Auszubildende anzusprechen. Auch außerhalb Südtirols soll die Attraktivität der Region hervorgehoben werden.<BR /><BR /><embed id="dtext86-71866872_quote" /><BR /><BR /><BR />„Doch JOIN geht über eine reine Image-Kampagne hinaus“, betont Rainer. „Wir stellen den Betrieben konkrete Werkzeuge zur Verfügung, um sich selbst als attraktive Arbeitgeber weiterzuentwickeln.“ Dazu gehört unter anderem der „Readiness-Check“, mit dem Unternehmen prüfen können, wie gut sie in den Bereichen Organisation, Führung, Mitarbeiterentwicklung und Personalgewinnung aufgestellt sind.<BR /><BR />Darüber hinaus will der HGV verstärkt in Beratung von Betrieben im Bereich Mitarbeiterführung investieren und Weiterbildung ausbauen – auch, um Quereinsteigern neue Perspektiven in der Branche zu eröffnen.<h3> Mooswalder: „Auch Politik ist gefordert“</h3>Um sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren, seien aber nicht nur die Anstrengungen der Betriebe gefragt. „Auch die Politik ist gefordert und muss die entsprechenden Rahmenbedingungen setzen – etwa bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, bei Aus- und Weiterbildung oder beim Wohnraum“, betonte HGV-Direktor Raffael Mooswalder im Rahmen der Fachtagung. Eine Möglichkeit wäre laut Mooswalder, aufgelassene Beherbergungsbetriebe als Mitarbeiterunterkünfte nutzen zu dürfen.