Samstag, 05. Dezember 2020

Wegen Reiseverbot verliert Italien 10,3 Millionen Touristen

Wegen des Reiseverbots bereitet sich der italienische Tourismus auf eine schwierige Weihnachtszeit vor. Aufgrund strenger Reisebeschränkungen im Zeitraum zwischen 21. Dezember und 6. Jänner rechnet der italienische Fremdenverkehr mit dem Verlust von 10,3 Millionen Touristen, darunter 3,9 Millionen Ausländer, hieß es seitens des Touristikerverbands Confturismo Confcommercio.

Eine schwierige Weihnachtszeit für Italien.
Eine schwierige Weihnachtszeit für Italien. - Foto: © APA (AFP) / PIERO CRUCIATTI
Mit dem Reiseverbot sind fehlende Einnahmen in der Größenordnung von 8,5 Milliarden Euro verbunden, die die Touristen über die Weihnachtsfeiertage ausgegeben hätten.

„Italiens Tourismusbranche, die im vergangenen Jahr 190 Milliarden Euro Umsatz generiert hatte, wird mit den jüngsten Reisebeschränkungen noch stärker bestraft. So tötet man den Tourismus, der im kompletten Lockdown steckt. Wir erwarten uns von der Regierung rasch Stützungsmaßnahmen, denn der Tourismus stirbt“, warnte Luca Patanè, Präsident von Confturismo Confcommercio in einer Presseaussendung am Samstag.

Konsumrückgang von 20 Prozent gegenüber 2019

Die Italiener, die über die Weihnachtsfeiertage zum zu Hause bleiben gezwungen sind, schnallen die Gürtel enger. Da Weihnachtsfeierlichkeiten im größeren Familienkreis verboten sind, rechnet der Konsumentenschutzverband Codacons mit einem Konsumrückgang von 20 Prozent gegenüber 2019. 28 Prozent der Italiener werden keine Geschenke machen und zwar wegen finanzieller Schwierigkeiten oder weil sie weder Freunde noch Angehörige treffen werden, berichtete der Verband am Samstag.

Beim Lebensmittelkonsum wird mit einem Rückgang über die Weihnachtsfeiertage von 10 Prozent gerechnet, was 500 Millionen Euro entspricht. Die Weihnachtsausgaben pro Familie werden gegenüber 2019 von 386 Euro auf 308 Euro sinken.

Bei Restaurantbesuchen wird mit einem Rückgang von 65 Prozent gegenüber dem Vorjahr gerecht, was fehlende Einnahmen für die Gastronomie über die Weihnachtsfeiertage in Höhe von 490 Mio. Euro bedeutet.

apa/stol