Montag, 06. Juni 2016

Weiter Streit in Deutschland um Lösungen in Milchkrise

Die Milchkrise lässt nicht nur in Österreich, wo am 14. Juni im Parlament bei einem „Milchdialog“ um Lösungen gerungen werden soll, die Wogen hochgehen. Auch in Deutschland herrscht Aufregung in diesem Thema.

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Dort treffen sich am Dienstag der Agrarminister Christian Schmidt (CSU) mit den Pendants aus den deutschen Bundesländern.

Der aus Bayern stammende Minister leistet in der Milchkrise jedenfalls weiter Widerstand gegen die Forderung seiner CSU-Parteifreunde nach einer Einschränkung der Milchproduktion durch die EU.

Ein solcher Schritt sei „ultima ratio“, erklärte Schmidt am Montagabend laut dpa nach einem Agrargipfel in der Münchner Staatskanzlei – das heißt letztes Mittel. Auch der heimische Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) sprach sich zuletzt stets gegen eine neuerliche Einführung der Milchquote aus.

Schmidt bevorzugt nach wie vor ein anderes Modell europäischer Hilfe: Existenzbedrohte Bauern sollen Unterstützung erhalten, wenn sie im Gegenzug weniger Milch liefern. Die Staatsregierung unter Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) dagegen plädiert dafür, dass Brüssel die Milchmenge reduziert, wenn freiwillige Vereinbarungen in der Milchbranche nicht zustande kommen.

Beim morgigen Bund-Länder-Treffen in Berlin erwartet sich Schmidt von den Ländern eine finanzielle Beteiligung an einer Existenzsicherung der Bauern, denen stark gesunkene Preise zu schaffen machen. Für den Bund hatte er bei einem „Milchgipfel“ mit Branchenvertretern Ende Mai schon Nothilfen von mindestens 100 Millionen zugesagt.

apa

stol