In einer umfassenden Online-Befragung haben Forschende des Wifo gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur Wien (Boku) 2.000 Deutsche und Italiener nach ihren Entscheidungskriterien bei der Hotelsuche befragt. Dabei mussten die Teilnehmer zwölf Mal zwischen verschiedenen Angeboten wählen.<BR /><BR />Das Ergebnis: Sowohl bei den deutschen als auch bei den italienischen Gästen steht der Preis an oberster Stelle. In beiden Gruppen macht dieser etwa 50 Prozent aus. Dahinter folgen die Zimmerkategorie mit 15 bis 20 Prozent sowie Kundenbewertungen mit etwa elf Prozent. Erst an vierter Stelle wird die Herkunft der Speisen genannt, die mit acht bis neun Prozent ins Gewicht fällt.<h3> Höhere Zahlungsbereitschaft bei mehr Komfort</h3>Vor allem für eine höhere Zimmerkategorie sind Gäste bereit, tiefer in die Tasche zu greifen. Für ein Superior-Zimmer sind durchschnittlich rund 15 Euro mehr pro Nacht für zwei Personen akzeptabel. Auch für Zusatzleistungen sind Gäste bereit, mehr zu zahlen: Eine kostenlose Stornierung wird von den Befragten mit einem Aufpreis von etwa sechs bis sieben Euro bewertet.<BR /><BR />Bei der Kulinarik fällt die Bereitschaft, mehr zu zahlen, geringer aus. Werden Produkte klar als „bäuerlich“ gekennzeichnet, sind Gäste bereit, rund fünf Euro (Italiener) beziehungsweise acht Euro (Deutsche) extra zu bezahlen. Bei allgemein formulierten „typischen Produkten aus Südtirol“ zeigt sich hingegen keine zusätzliche Zahlungsbereitschaft.<h3> Regionalität wichtig, aber kein Buchungskriterium</h3>Zusätzlich wollten die Forschenden wissen, wie Gäste zu Regionalität stehen und welche Informations- und Erlebnisangebote sie sich rund um regionale Produkte wünschen.<BR /><BR />Grundsätzlich bewerten die Befragten Regionalität positiv. Ein Großteil stimmt zu, dass der Kauf von lokalen Lebensmitteln den Wohlstand in der Region unterstützt. Was die Erlebnisangebote anbelangt, wünschen sich viele Verkostungen, Besichtigungen von Bauernhöfen und Kellereien sowie Informationsangebote zu lokalen und bäuerlichen Erzeugnissen.<BR /><BR />Für Wifo-Direktor Georg Lun ist klar: „Insbesondere dort, wo die bäuerliche Herkunft sichtbar wird, lässt sich ein konkreter Mehrwert messbar nachweisen.“ Deshalb sei es wichtig, die Herkunft der verwendeten Produkte nachvollziehbar aufzuzeigen.