Montag, 08. Juni 2020

Weltbank erwartet 2020 schwerste globale Rezession seit 2. Weltkrieg

Die globale Wirtschaft wird wegen der Folgen der Coronaviruspandemie dieses Jahr nach einer Prognose der Weltbank die schwerste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg erleben. Die globale Wirtschaftsleistung werde um 5,2 Prozent schrumpfen, hieß es in einem am Montag veröffentlichten Bericht der Weltbank.

Im Jänner hatte die Weltbank für 2020 noch ein globales Wachstum von 2,5 Prozent prognostiziert.
Im Jänner hatte die Weltbank für 2020 noch ein globales Wachstum von 2,5 Prozent prognostiziert. - Foto: © shutterstock
Besonders betroffen seien die Industrieländer, für die insgesamt ein Einbruch von 7 Prozent prognostiziert wird. Die Wirtschaft der Eurozone soll demnach sogar um 9,1 Prozent schrumpfen.

„Das ist eine zutiefst bedrückende Prognose“ erklärte Weltbank-Vizepräsidentin Ceyla Pazarbasioglu. „Die Krise wird wahrscheinlich lange anhaltende Wunden und große globale Herausforderungen hinterlassen“, sagte sie. Es handle sich um einen „globalen wirtschaftlichen Schock enormen Ausmaßes“, so die Weltbank.

Die „weitestgehende“ Korrektur der globalen Wachstumsprognose

Sollte die Pandemie in der zweiten Jahreshälfte weitgehend unter Kontrolle gebracht werden können, prognostiziert die Organisation für 2021 ein Wachstum der Weltwirtschaft um 4,2 Prozent. Falls die Folgen der Pandemie schlimmer ausfallen sollten, könnte die Wirtschaft dieses Jahr allerdings um bis zu 8 Prozent einbrechen und 2021 nur geringfügig um gut 1 Prozent wachsen, warnte die Weltbank.

Im Jänner hatte die Weltbank für 2020 noch ein globales Wachstum von 2,5 Prozent prognostiziert. Die jetzt erfolgte Herabstufung um 7,7 Prozentpunkte auf minus 5,2 Prozent sei die bisher „schnellste und weitestgehende“ Korrektur der globalen Wachstumsprognose, erklärte Prognose-Chef Ayhan Kose. „Wenn die Vergangenheit uns eines lehren kann, dann ist es, dass es weitere Herabstufungen der Wachstumsprognose geben könnte“, sagte er. Regierungen müssten daher möglicherweise bereit sein, noch mehr zu tun, um die Konjunktur zu stützen.

apa/dpa

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