Marine Harvest wandte sich am Donnerstag mit einem feindlichen Übernahmeangebot für Cermaq im Wert von umgerechnet 1,3 Milliarden Euro direkt an die Regierung, die mit einem Anteil von 43,5 Prozent das Sagen bei Cermaq hat. Das Management von Cermaq hatte die Avanzen zuvor als zu niedrig zurückgewiesen.Harvest wird von dem Schifffahrts-Magnaten John Fredriksen kontrolliert und würde mit der Übernahme zu einem globalen Top-Player in vielen Aspekten der Fischzucht aufsteigen – vom Futtermittel bis zur Verarbeitung.Wegen der schrumpfenden Fischbestände im offenen Meer erleben europäische Fischfarmen derzeit einen Boom. So erhöhte sich die weltweite Zuchtlachs-Produktion im vergangenen Jahr um 22 Prozent, weil zuvor eine Epidemie Lachsfarmen in Chile heimgesucht hatte.Das weitere Geschehen in dem Übernahmekampf dürfte nun vom norwegischen Handelsminister Trond Giske abhängen, dem ein gespanntes Verhältnis zu Fredriksen nachgesagt wird.Der Milliardär ist in seinem Heimatland umstritten, weil er aus steuerlichen Gründen die zypriotische Staatsbürgerschaft angenommen hat. Zudem hat er viele seiner Firmen ins Ausland verlagert, weil in Norwegen die Gehälter und Lebenskosten hoch sind.Cermaq-Aktien reagierten an der Osloer Börse am Donnerstag mit einem Kurssprung von mehr als 20 Prozent auf das Übernahmeangebot und kletterten dabei fast auf die von Fredriksen angebotenen 105 Kronen pro Aktie.Viele Branchenexperten rechnen allerdings damit, dass Harvest sein Angebot noch weiter aufstocken muss, um Cermaq schlucken zu können.apa/Reuters