Mittwoch, 17. Mai 2017

Welthungerhilfe: Späte Krisenhilfe kostet zu viel

Die verspäteten Reaktionen auf die Hungerkrisen im Jemen und am Horn von Afrika haben nach Einschätzung der Welthungerhilfe nicht nur unnötiges Leid verursacht, sondern auch die Kosten in die Höhe getrieben.

Die späte Reaktion auf die Hungerkrisen im Jemen und am Horn von Afrika treibt die Kosten für die Welthungerhilfe in die Höhe.
Die späte Reaktion auf die Hungerkrisen im Jemen und am Horn von Afrika treibt die Kosten für die Welthungerhilfe in die Höhe. - Foto: © APA

„Wir wissen aus Erfahrung, dass wir bei frühem Eingreifen sowohl die Schäden vor Ort als auch die Kosten für die Hilfe extrem reduzieren können“, sagte der Vorstandsvorsitzende der privaten Hilfsorganisation, Till Wahnbaeck, in Berlin. Die internationale Krisenreaktion funktioniere leider nach dem Motto: Frühe Warnung, keine Aktion.

260 Millionen zur Verfügung

Die Welthungerhilfe nahm 2016 nach eigenen Angaben durch Spenden und institutionelle Zuschüsse knapp 264 Millionen Euro ein. Das sind fast 50 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Jahresbilanz der Organisation hervorgeht, floss ein Großteil der Mittel im vergangenen Jahr in den Irak, den Sudan, den Südsudan, nach Sierra Leone und in die Hilfe für syrische Flüchtlinge in der Türkei.

Schlimmste Dürre seit 50 Jahren

Im Bürgerkriegsland Jemen sind nach Schätzungen von Hilfsorganisationen sieben Millionen Menschen vom Hungertod bedroht. In Ostafrika herrscht zur Zeit die schlimmste Dürre seit fünfzig Jahren. Verschärft wird diese Krise durch bewaffnete Konflikte, vor allem im Südsudan.

dpa

stol