Dienstag, 09. Juli 2019

Weniger, dafür mehr: Die Bilanz der Landesvergabeagentur

Weniger Bürokratie, dafür aber ein größeres Auftragsvolumen: So die Bilanz der Vergabeagentur AOV, die Landeshauptmann Arno Kompatscher am Dienstag der Landesregierung vorgelegt hat.

Die Landesregierung hat sich am Dienstag mit der öffentlichen Auftragsvergabe befasst.
Badge Local
Die Landesregierung hat sich am Dienstag mit der öffentlichen Auftragsvergabe befasst. - Foto: © LPA

Die öffentlichen Verwaltungen in Südtirol haben im vergangenen Jahr Aufträge im Wert von 1374 Millionen Euro ausgeschrieben, deutlich mehr als in den Vorjahren (2016: 1201 Mio. Euro, 2017: 1135 Mio. Euro).

Zuwächse gab es in allen Bereichen. Beachtlich fielen sie mit einem Plus von 42,9 Prozent bei den Einkäufen und Lieferungen aus. Aber auch die öffentlich ausgeschriebenen Dienstleistungen verzeichneten einen Zuwachs von 31,1 Prozent, die öffentlichen Bauleistungen um 5,8 Prozent.

Landeshauptmann Arno Kompatscher legte am Dienstag der Landesregierung die Jahresbilanz der Vergabeagentur AOV für das Jahr 2018 vor.

Weniger Bürokratie

Die Anzahl der Verfahren, die im Jahr 2018 durchgeführt wurden, liegt mit insgesamt 63.889 um 4,4 Prozent unter jener des Vorjahrs. „Dass der Gesamtwert der ausgeschriebenen Verfahren angestiegen ist, die Anzahl der Verfahren aber abgenommen hat, bedeutet einen Abbau an Bürokratie“, betonte der Landeshauptmann.

Er verwies darauf, dass die Gemeinden und Bezirksgemeinschaften mit über 40 Prozent die höchste Anzahl der Verfahren veröffentlicht haben, gefolgt von Vergabestellen im Bereich der Forschung und Kultur mit knapp 32 Prozent. Die Gemeindeverwaltungen sind jene öffentlichen Körperschaften, die mit 410 Millionen Euro den größten Anteil am Gesamtvolumen haben. Es folgen die AOV selbst mit 232 Millionen Euro, der Sanitätsbetrieb mit 172,6 Millionen Euro.

Weniger Zugangshürden für kleine und lokale Unternehmen

Es sei auch gelungen, die lokale Wirtschaft in Südtirol stark zu berücksichtigen, erklärte der Landeshauptmann. Zahlenmäßig wurden 2018 fast 83 Prozent der Verfahren Südtiroler Wirtschaftsteilnehmenden zugesprochen, im Bereich der öffentlichen Arbeiten sogar 89 Prozent. Betragsmäßig waren es 67 Prozent der öffentlichen Aufträge, die an Südtiroler Unternehmen gingen.

„Grund dafür ist, dass es in gewissen Bereichen keine Südtiroler Anbieter gibt, wie etwa im Bereich der Medizintechnik oder im Eisenbahnwesen“, so Landeshauptmann Kompatscher.  

„Das neue Landesgesetz zur Vereinfachung der Vergabeverfahren wird den Zugang zu öffentlichen Aufträgen für kleinere und lokale Unternehmen weiter erleichtern, da die Schwellenwerte für die Direktvergabe in allen Bereichen mit Ausnahme der freiberuflichen Leistungen auf 150.000 Euro angehoben und eine Aufteilung in qualitative und quantitative Lose vorgesehen werden“, ist der Landeshauptmann überzeugt.

lpa

stol