Die Bürger in Italien müssen die Heizungen in Privathaushalten und Unternehmen über den Winter herunterdrehen, um den Gasverbrauch zu senken und die Risiken eines vollständigen Stopps der russischen Gaslieferungen zu verringern.<BR /><BR /> Ein am Dienstag vorgestellter Regierungsplan sieht vor, dass die Temperatur in Wohngebäuden und anderen öffentlichen Einrichtungen auf 19 Grad Celsius begrenzt werden muss, ein Grad Celsius weniger als bisher. Für Industriegebäude wird die Temperatur auf 17 Grad Celsius festgesetzt. <BR /><BR />Außerdem wird die Heizung jeden Tag eine Stunde weniger laufen. Verkürzt wird die Heizperiode um je eine Woche im Herbst und im Frühjahr. In den meisten italienischen Gemeinden wird man erst ab November heizen können. Nicht nur stichprobenartige Kontrollen sind geplant - wer sich nicht an die Maßnahmen hält, riskiert eine Geldstrafe bis zu 3000 Euro. Die Senkung der Temperaturen soll aber Krankenhäuser und Seniorenheime nicht betreffen.<BR /><BR />Rom führt außerdem Gespräche mit dem Industrieverband Confindustria, um eine weitere Senkung des Gasverbrauchs auf freiwilliger Basis zu vereinbaren. Damit hofft die Regierung, durch die Beschränkungen seinen Gasverbrauch von August bis März um 3,2 Milliarden Kubikmeter zu senken. Italien will weitere 2,1 Milliarden Kubikmeter einsparen, indem es alternative Brennstoffe zur Stromerzeugung nutzt. Dies könnte durch andere Maßnahmen ergänzt werden, die Einzelverbraucher und Unternehmen zur Senkung des Verbrauchs anregen, so dass die Gesamtnachfrage um 15 Prozent sinken könnte, was im Einklang mit den umfassenderen Plänen der Europäischen Union steht.