Am heutigen Equal Pay Day richtet sich der Blick in Südtirol erneut auf ein bekanntes, aber ungelöstes Problem: Frauen erhalten nach wie vor deutlich weniger Gehalt als Männer. Aktuell beträgt die Differenz im Durchschnitt 17,5 Prozent – und liegt damit höher als noch vor über zehn Jahren. Damals verdienten Frauen laut Astat im Schnitt „nur“ 16,9 Prozent weniger.<BR /><BR />Grundlage für diese Berechnung sind offizielle Daten des Instituts für Sozialfürsorge (NISF/INPS), wobei ausschließlich Vollzeitstellen berücksichtigt werden. <BR /><BR />Die Ursachen für die Lohnunterschiede sind vielfältig: Sie reichen von unterschiedlichen Arbeitsverträgen über schlechter bezahlte, typische Frauenberufe bis hin zu Erwerbsunterbrechungen, etwa durch Kindererziehung, die sich negativ auf das Dienstalter auswirken.<h3>Gleiche Arbeit, ungleiche Bezahlung</h3>Doch selbst bei identischer Qualifikation und gleicher Tätigkeit kommt es laut Gleichstellungsrätin Brigitte Hofer immer wieder zu Gehaltsunterschieden. Auch im öffentlichen Dienst entstehen diese durch zusätzliche Vergütungselemente – etwa durch Weiterbildungen oder individuelle Gehaltserhöhungen.<BR /><BR />Auf europäischer Ebene soll nun gegengesteuert werden: Die EU verpflichtet ihre Mitgliedstaaten dazu, mehr Transparenz bei Gehältern zu schaffen – bereits in Stellenausschreibungen. Die Frist zur Umsetzung der neuen Richtlinie endet am 7. Juni. Ob Italien, Deutschland und Österreich diese Vorgabe rechtzeitig erfüllen, ist derzeit noch unklar.