<b>von Beate Troger</b><BR /><BR />Wie lange hat der Wellnessbereich geöffnet? Welche Restaurants gibt es? Sind Hunde erlaubt? Gibt es spezielle Menüs bei Allergien? Vor einem Hotelaufenthalt gibt es oft viele Fragen, die den Gästen auf der Zunge brennen. <BR /><BR />„Die Fülle an Anfragen können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gar nicht bewältigen“, weiß Michael Mitterhofer, CEO des Südtiroler Tech-Unternehmens ReGuest, „das übernimmt die Künstliche Intelligenz“, erklärt er. Vollautomatisiert und innerhalb von Sekunden liefert die KI Antworten – oder vermittelt direkt an die zuständigen menschlichen Ansprechpartner.<h3> Von Meran an die Wiener Börse</h3>ReGuest, gegründet 2014, hat sich auf die Entwicklung von KI-gestützter Software für die Hotellerie spezialisiert und ist in den vergangenen Jahren rasant gewachsen. Mehr als 1300 Hotelbetriebe, vorwiegend in den Kernmärkten Österreich, Deutschland und Italien, nutzen die Systeme der Südtiroler IT-Schmiede bereits, in allen Bereichen der Interaktion mit den Gästen, von E-Mail über WhatsApp und Newsletter bis zum klassischen Telefon.<BR /><BR />Dass die Urlauberinnen und Urlauber mit ihren Fragen und Anliegen mit einem KI-Chatbot im Austausch stehen, merken diese gar nicht, sagt Mitterhofer. Doch er räumt auch ein, dass einige Hotels selbst Vorbehalte gehabt hätten, die Gäste-Kommunikation in die Hände von Künstlicher Intelligenz zu legen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1260498_image" /></div> <BR /><BR />„Der KI-Chatbot muss aber ebenso wie ein neuer Mitarbeiter erst alles lernen und sich einarbeiten“, erklärt er gegenüber tt.com. „Die Vorteile liegen auf der Hand“, führt er aus. „Die KI kann sehr schnell Fakten und Antworten liefern“, erklärt er. Das sei für Hotels ein enormer Wettbewerbsvorteil.<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-73017446_quote" /><BR /><BR />In einem nächsten Schritt könne die Künstliche Intelligenz für die Hotels je nach Bedarf noch tiefer in die interne Kommunikation und in die Buchungssysteme integriert werden. Angebote erstellen, Tische im Restaurant reservieren oder Termine für eine Massage buchen – all das sei ohne weiteres möglich.<h3> Mehrere Firmen übernommen</h3>Die KI-Technologie hat dem Unternehmen auch an der Börse einen rasanten Wachstumsschub beschert. Der Kurs hat sich innerhalb eines Jahres verdreifacht, ReGuest selbst ist vor allem durch die Übernahme von mehreren Firmen, die das Geschäftsfeld ergänzen, stark gewachsen. <a href="https://www.stol.it/artikel/wirtschaft/suedtirols-erstes-unternehmen-an-der-boerse" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Wie berichtet, ist ReGuest als erstes Südtiroler Unternehmen am 12. Dezember 2024 an die Börse gegangen.</a><BR /><BR />Im abgelaufenen Geschäftsjahr, das am 30. April 2025 endete, erzielte ReGuest (aktuell 45 Beschäftigte) einen Umsatz von 4,6 Mio. Euro. Mittlerweile gehört auch das Stammunternehmen, die Digitalagentur Zeppelin Hotel Tech, die Mitterhofer gemeinsam mit Denis Pellegrini und Stefan Plattner 1999 gegründet hatte, zur Unternehmensgruppe. Nur ein Jahr nach dem Börsengang von ReGuest startete auch Zeppelin Hotel Tech an der Wiener Börse durch.<BR /><BR />„Der Start an der Börse brachte neben Kapital auch Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit“, bilanziert Mitterhofer im Gespräch mit tt.com. Parallel zu den Zukäufen will ReGuest 2026 vor allem in neuen Märkten organisch wachsen. Neben Großbritannien und Skandinavien habe man u. a. die arabischen Emirate und den gesamten Nahost-Markt im Visier.