Das Problem ist bekannt: Um die extreme Teuerung in den Griff zu bekommen, erhöht die <a href="https://www.stol.it/artikel/wirtschaft/zinsen-zehnte-erhoehung-in-folge" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Europäische Zentralbank (EZB)</a> seit Sommer 2022 in einem beispiellosen Tempo die Zinsen. Dadurch haben sich variabel verzinste Finanzierungen stark verteuert – und zwar in einem Ausmaß, wie es die meisten Kreditnehmer bei Abschluss ihres Kreditvertrags wohl nicht für möglich gehalten hätten. <BR /><BR />Immer öfter melden sich mittlerweile Südtiroler, die Schwierigkeiten haben, die Raten zu tilgen, bei der Verbraucherzentrale. Doch was können sie tun?<h3> Angebote der Banken vergleichen und neu verhandeln</h3>Gunde Bauhofer, die Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale Südtirol, rät dazu, sich zunächst einmal bei anderen Banken umzuschauen, Angebote für ein Darlehen einzuholen, Zinssätze zu vergleichen. <BR /><BR /><embed id="dtext86-61274301_quote" /><BR /><BR />„Es kann sein, dass eine andere Bank ein Angebot unterbreitet, das günstiger ist als mein aktuelles. Denn nicht alle Banken geben die Leitzinserhöhungen eins zu eins weiter. Und schon ein halber Prozentpunkt weniger kann viel ausmachen.“<BR /><BR />Dann bietet sich die Möglichkeit an, das Gespräch mit der eigenen Bank zu suchen, um – mit Blick auf das günstigere Konkurrenzangebot im - bessere Konditionen zu erzielen. „Verhandeln kann man immer, das schadet ja nichts, mehr als Nein sagen kann die Bank ja nicht“, meint Bauhofer. <BR /><BR /><embed id="dtext86-61274307_listbox" /><BR /><BR />Der Vorteil: Eine Neuverhandlung eines Kreditvertrages mit der eigenen Bank ist wenig bürokratisch, man benötigt zum Beispiel keinen Notar und die Bank darf keine Spesen verlangen, wie die Verbraucherschützerin betont. <BR /><BR />Wer sich unsicher ist, kann sich auch von der Verbraucherzentrale helfen lassen, die die Angebote prüfen kann. <h3> Das alte Darlehen auf eine neue Bank übertragen</h3> Sollte das Institut nicht bereit sein, die Konditionen zu ändern, kann man zu der anderen – günstigeren - Bank wechseln. Dafür bietet sich eine sogenannte Surrogation an, so nennt man es, wenn man sein Darlehen an eine andere Bank überträgt. „Von den Kosten her macht das keinen Unterschied zu Neuverhandlung mit der alten Bank“, so Bauhofer. <BR /><BR />Das Prozedere ist allerdings etwas aufwändiger, weil man einen notariell beglaubigten Akt braucht. Geändert werden kann auf dem Weg grundsätzlich der Zinssatz, der Zinsaufschlag (Spread) und eventuell auch die Dauer, jedoch nicht das Kapital. „Der Restschuldbetrag muss also identisch bleiben.“ <BR /><BR /><embed id="dtext86-61274308_listbox" /><BR /><BR />Das heißt: Wenn jemand in der Situation ist, dass er ein höheres Darlehen braucht, als jenes, das er bei der alten Bank laufen hat, dann kann er nicht die Surrogation wählen. In dem Fall müsste er das alte Darlehen tilgen und durch ein neues ersetzen – was aber Mehrkosten mit sich bringt. <h3> Laufzeit verlängern</h3>Wenn man jedoch bei der Neuverhandlung mit der eigenen Bank nicht weiterkommt und bei der Konkurrenz kein besseres Angebot findet, dann bleibt immer noch eine Alternative übrig: die Laufzeit des Darlehens zu verlängern, wodurch die monatlichen Raten bezahlbarer werden.<BR /><BR /><embed id="dtext86-61274305_quote" /><BR /><BR />Für die Konsumentenschützerin ist das allerdings die schlechteste Lösung. „Weil die meisten völlig unterschätzen, wie viel Mehrkosten dadurch insgesamt auf sie zukommen. Wir haben das im Sommer schon mal durchgerechnet, noch vor der letzten Leitzinserhöhung: Bei einem Darlehen von 200.000 Euro mit Zinssatz 4,5 Prozent, das von 20 auf 25 Jahre verlängert wird, steigen die Gesamtkosten um knapp 30.000 Euro, wobei die Rate um 150 Euro sinkt – das ist somit eine Lösung, die wohl eher das Wohl der Banken als jenes der Kunden im Auge hat.“<h3> Vom variablen auf einen fixen Zinssatz wechseln</h3>Eine weitere Hilfe hat der Staat mit dem Haushaltsgesetz 2023 geschaffen: Wer bestimmte finanzielle Voraussetzungen erfüllt, kann kostenlos von einem variablen zu einem fixen Zinssatz wechseln. „Allerdings bleiben wegen der einschränkenden Parameter bei uns in Südtirol viele Darlehensnehmer außen vor“, weiß Bauhofer. <BR /><BR />Denn um diese Möglichkeit nutzen zu können, muss die Darlehenssumme unter 200.000 Euro liegen und der Kreditnehmer muss eine Einkommens- und Vermögensbewertung (ISEE) von weniger als 35.000 Euro aufweisen. Auch müssen die Rückzahlungsraten bis dahin stets pünktlich erfolgt sein. <BR /><BR />Auch hier hilft die Verbraucherzentrale dabei zu berechnen, ob sich der Wechsel wirklich lohnt. <BR /><BR />Manche Banken bieten auch an, die Rate für eine längere Zeit unverändert zu halten – bei gleich bleibender Laufzeit. Was man beachten muss: In diesem Fall ist eine hohe Schlussrate vorgesehen. <h3> Das gute alte Haushaltsbuch</h3>Zuguterletzt helfen laut der Verbraucherschützerin nur die traditionellen Spartipps: ein Haushaltsbuch führen, sich die Einnahmen und alle Ausgaben der Familie genau anschauen und prüfen, wo man einsparen kann. Ein wenig genutztes Abo hier, ein teures Produkt mit einem günstigeren ersetzen - in den meisten Fällen zeigt sich, dass es überall noch etwas Sparpotenzial gibt<BR /><BR /><BR />