Samstag, 30. September 2017

Wer fährt so rasch über Südtirols Straßen: Erlkönige gesichtet

Dass deutsche Autobauer die hiesigen Straßen gerne für ihre Ausfahrten nutzen, ist bekannt. Und immer mal wieder wird ein solcher Ausflug der Erlkönige auch geknipst - wie in diesem Fall.

Die Erlkönige aus Ingolstadt in Bozen Süd. - Foto: Georg Pircher
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Die Erlkönige aus Ingolstadt in Bozen Süd. - Foto: Georg Pircher

"Erlkönige aus Ingolstadt in Bozen unterwegs...somit ist es nicht schwer zu erraten, um welche Automarke es geht", schreibt Medienmann Georg Pircher unter seine Bilder der schwarz-weiß verschnörkelten Fahrzeuge. 

Die Erlkönige aus Ingolstadt in Bozen Süd. - Foto: Georg Pircher

Erwischt hat Pircher die Audi-Prototypen bei der Autobahneinfahrt Bozen Süd. Durch die heutigen Smartphones sind Erlkönig-Bilder nicht mehr selten. Früher sah das schon ganz anders aus. 

Woher der Erlkönig kommt

Die Namensgebung geht auf die Ballade „Erlkönig“ von Johann Wolfgang von Goethe zurück, die mit dem Vers „Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Vater mit seinem Kind“ beginnt.

Erstmals im Zusammenhang mit Prototypen wurde der Begriff von den beiden Motorjournalisten Heinz-Ulrich Wieselmann, Chefredakteur der Automobilzeitschrift auto motor und sport, und Werner Oswald, von Anfang 1950 bis Ende 1957 zweiter Mann in der Redaktion, verwendet. Ab Heft 15 (vom 19. Juli 1952) erschien eine Zeitlang in jeder Ausgabe das mehr oder weniger deutliche Bild eines Automobilprototyps.

Erlkönig Nummer eins war der Prototyp des damals mit Spannung erwarteten Mercedes-Benz 180. Die Bildunterschrift lautete wie folgt:

1. Folge

Wer fährt da so rasch durch Regen und Wind?
Ist es ein Straßenkreuzer von drüben,
der nur im Umfang zurückgeblieben
oder gar Daimlers jüngstes Kind?

Der stille Betrachter wär gar nicht verwundert,
wenn jenes durchgreifend neue Modell,
das selbst dem Fotografen zu schnell,
nichts anderes wär als der Sohn vom »Dreihundert«.

stol

stol