<BR />Olympische Sommerspiele von London 2012: Ein Metzger in Dorset dekoriert sein Schaufenster mit fünf miteinander verbundenen Wurst-Ringen – und zieht damit prompt den Ärger des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) auf sich. Grund: Seine Installation erinnere zu stark an die Olympia-Ringe.<BR /><BR />Olympische Winterspiele von Sotschi 2014: Der Bekleidungsriese „The North Face“ kassierte eine Klage, weil in einer Kampagne eine Verbindung zu den Winterspielen suggeriert worden war. <BR /><BR />Diese Fälle zeigen: Olympia ist nicht nur der sportliche Höhepunkt für Athleten, sondern auch eine der am strengsten geschützten Marken der Welt. Sowohl olympische Symbole als auch Bezeichnungen genießen einen besonderen Schutz. <h3> Vom Symbol bis zum Begriff – alles ist geschützt</h3>„Die Nutzung des Olympischen Symbols ist international durch den sogenannten Nairobi-Vertrag von 1981 geregelt“, erklärt Alessandro Franzoi, Experte für Marken- und Patentrechte der Handelskammer Bozen. Der Vertrag verpflichtet alle Staaten, das Symbol sowie ähnliche Embleme zu schützen, indem sie die Eintragung als Marke ablehnen und die Verwendung für kommerzielle Zwecke untersagen.<BR /><BR />Selbst viele Begriffe rund um das Sportereignis lässt das IOC als eigene Marken eintragen. Dazu zählen unter anderem „Olympia“, „olympisch“, „Olympische Spiele“ und „Olympiade“. Sogar Internetadressen und die Namen der Austragungsorte werden oft Jahre im Voraus rechtlich gesichert – zum Beispiel „Paris 2024“, „Milano Cortina 2026“ oder „LA 2028“.<h3> Saftige Geldstrafen drohen</h3>„Unternehmen dürfen also nicht ihre Produkte und Dienstleistungen ohne spezifische Genehmigung des IOC oder CONI mit Olympischen Begriffen oder Symbolen kennzeichnen“, erklärt Franzoi. <BR /><BR />Wer sich nicht an die Regeln hält, dem drohen Unterlassungs- oder Schadensersatzforderungen und im Wiederholungsfall auch hohe Geldstrafen.<h3> Eigenes Gesetz für Mailand Cortina</h3>Für die heimischen Winterspiele hat die italienische Regierung im Jahr 2020 ein eigenes Gesetz auf den Weg gebracht, in dem das Symbol, die Flagge, das Motto, die Hymne und auch die Kennzeichnungen als „Olympisches Eigentum“ definiert werden, das vom IOC und CONI vorbehalten ist.<BR /><BR />Darüber hinaus verbietet das Gesetz alle irreführenden Werbe- sowie Vermarktungsaktivitäten (sogenanntes Ambush-Marketing) im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen. „Es ist also nicht erlaubt, sich ohne eine spezielle Genehmigung als offizieller Sponsor der Olympischen Spiele zu präsentieren sowie die Öffentlichkeit glauben zu lassen, dass eine Verbindung zwischen der olympischen Veranstaltung und den angebotenen Produkten oder Dienstleistungen besteht.“<BR /><BR />Genau aus diesem Grund geriet kürzlich auch das Modeunternehmen Harmont & Blaine in den Fokus der italienischen Wettbewerbsbehörde. Das Unternehmen hatte auf den sozialen Netzwerken Werbebotschaften verbreitet, in denen häufig das Olympische Symbol oder die Hashtags #MilanoCortina und #MilanoCortina2026 verwendet wurden. Dadurch entstand eine irreführende Verbindung zwischen den Produkten und der Veranstaltung.