Der Bundesverband Technik des Einzelhandels, der Händler von Elektrogeräten vertritt, sieht Auswirkungen des Barttrends. „In den vergangenen Jahren gab es einen leichten Umsatzrückgang bei klassischen Elektro-Rasierern“, sagt Geschäftsführer Steffen Kahnt. Zahlen nennt der Verband nicht.Zugleich gab es einen steigenden Bedarf an elektrischen Bartschneidern. Männer können damit Konturen in den Bart schneiden und die Bartlänge korrigieren. „Plastisch ausgedrückt: Der Rasen will eine klare Kante haben“, sagt Kahnt. Bezogen auf alle Umsätze sei der Markt für die Händler von Elektro-Geräten rund um den Bart gewachsen.Die großen Hersteller Wilkinson Sword und Gillette geben auf Nachfrage zum Barttrend keine Umsatz- und Verkaufszahlen zu Rasierern preis. Aus eigenem Interesse: Eine Nachfrage beim Bundesamt für Statistik ergab, dass Produktionszahlen für Nassrasierer der Geheimhaltung unterliegen, weil wegen der geringen Anbieterzahl in Deutschland sonst Rückschlüsse auf einzelne Firmen möglich wären.Friseure und Drogeriemärkte jubelnAuch die Drogeriekette dm merkt Veränderungen im Kundenverhalten. Sie spricht von einer veränderten Nachfrage bei Rasur. „Der Trend zum Vollbart oder Drei-Tage-Bart wirkt sich auch auf unser Sortiment aus“, sagt Christoph Werner, Geschäftsführer für den Bereich Marketing und Beschaffung. „So entwickeln sich einerseits Rasierer und Klingen nicht mehr so dynamisch wie in der Vergangenheit, andererseits haben wir unser Angebot für Bartpflege oder -styling um Produkte von neuen Marken oder kleineren Start-up-Marken erweitert.“Auch Friseure frohlocken angesichts des Bart-Booms. Männer geben wieder mehr Geld für den Friseurbesuch aus und gehen häufiger zum Friseur, erklärt der Zentralverband des deutschen Friseurhandwerks. Es gebe einen Trend zu mehr Pflege, zu dem auch der Bart gehöre.dpa