Zunächst wollen wir in die USA blicken, zum wichtigsten Kapitalmarkt der Welt mit dem maßgebenden Index S&P 500, indem die Aktien der 500 größten US-amerikanischen Unternehmen abgebildet sind. Die Entwicklung dieser Papiere ist bekanntlich nicht nur für US-Bürger relevant, zumal die meisten global investierten Investment- und Pensionsfonds sowie ETF – je nach Gewichtung – mehr oder weniger stark darin investiert sind. <BR /><BR />Insgesamt legte der S&P von Jänner bis Juni um rund 15 Prozent zu; angetrieben von guten Firmendaten, der Hoffnung auf bald sinkende Zinsen und – wohl noch wichtiger – dem Makrothema Künstliche Intelligenz. Weil sich Börsen nunmal nach schönen Geschichten sehnen und sich KI dafür perfekt eignet.<h3> KI-Romantik</h3>Entsprechend schnitten Aktien, die mit KI in Zusammenhang gebracht werden können, besonders gut ab: Allen voran das kalifornische Hardwareunternehmen Super Micro, Hersteller von Hochleistungs-Computern für Rechenzentren. Ihm gelang ein Plus von 188 Prozent im ersten Halbjahr. Wenn ein Anleger also in Papiere von Super Micro investierte, wurden aus 10.000 in nur 6 Monaten 28.800 Euro. Knapp dahinter platziert sich der Chip-Designer Nvidia mit einem Gewinn von 160 Prozent bis Ende Juni. Die hierzulande weniger bekannten Energieversorger Vistra und Constellation Energy landeten dahinter mit Renditen von 119 bzw. 73 Prozent. Auch Eli Lilly, bekannt für seine Abnehmspritzen, erzielte mit einer Rendite von 57 Prozent beachtliche Gewinne. Die Tech-Riesen Meta, Alphabet und Microsoft notierten zum Stichtag 30. Juni zwischen 30 und 50 Prozent höher als im Jänner 2024. <h3> Energie vor Rüstung</h3>Kommen wir zurück nach Europa, zum Dax in Frankfurt mit den 30 größten, börsennotierten Unternehmen Deutschlands. Im ersten Halbjahr 2024 erreichte der Index insgesamt 30 Mal einen neuen Rekordstand. Bis Ende Juni lag er rund 9 Prozent im Plus. Die Top-Performer waren das Energieunternehmen Siemens Energy, dessen Aktien sich in 6 Monaten mehr als verdoppelt haben (plus 104 Prozent). Auf Platz 2 folgt der Rüstungskonzern Rheinmetall (74 Prozent). Ebenfalls stark zulegen konnten unter anderem die Commerzbank und der Spezialist für Unternehmenssoftware SAP mit Gewinnen jenseits der 30-Prozent-Marke. Letzterer konnte zudem seine Vormachtstellung im Dax weiter ausbauen. <h3> Banken im Aufwind</h3>Der Blick nach Italien zeigt: Dreistellige Renditen waren bei Investments in Aktien des FTSE Mib zwar nicht zu holen, dennoch gab es mitunter ansprechenge Gewinne zu holen. Vor allem Bankentitel legten ein „bullisches“ Halbjahr hin: Bper (plus 66 Prozent), Mps (plus 52 Prozent), Unicredit (48 Prozent). Doch auch das Industrieunternehmen Saipem im FTSE Mib beendete die ersten 6 Monate 2024 stark, mit einem Plus von über 60 Prozent. <h3> Frankreich und Spanien </h3>In Frankreich war Renault (plus 36 Prozent) der Top-Performer im wichtigsten Aktienindex CAC-40, während im spanischen Ibex 35 – wie in Italien – die Banken auffallend viele Anleger anlockten. Sabadell (plus 62 Prozent) und Unicaja Banco (plus 43 Prozent) gehörten zu den größten Gewinnern. <BR /><BR />Bleibt festzuhalten, dass Investments in Einzelaktien nicht für jedermann geeignet und nur für Anleger zu empfehlen sind, die sich intensiver mit dem Kapitalmarkt auseinanderzusetzen bereit sind. Ein vernünftiges Risikomanagement gehört ebenfalls dazu. Wer also glaubt, nur blind auf KI-Aktien setzen zu müssen, um schnell reich werden zu können, dürfte enttäuscht werden.