<BR />Seit dem Ausbruch des Iran-Konflikts reagieren die Rohstoffmärkte sehr nervös. Das hat mehrere Gründe. Die Straße von Hormus, die wichtigste Transportroute für Öl und Gas aus der Golfregion, ist weiterhin vom Iran de facto blockiert. Zudem geraten Förderanlagen in der gesamten Region, etwa in Saudi-Arabien oder Katar, immer wieder unter Beschuss.<BR /><BR /> Die Folgen sind an den Kurstafeln deutlich ablesbar: Die Preise für Brent-Öl aus der Nordsee sowie für US-Öl klettern seit Samstag nach oben – allein am Dienstag um sieben bzw. acht Prozent. Noch drastischer ist die Entwicklung bei Gas. Zuletzt stieg der Preis für den Erdgas-Terminkontrakt TTF auf 58,85 Euro je Megawattstunde (MWh) – etwa 35 Prozent mehr als am Montag und über 80 Prozent mehr als am Freitag.<h3> Auswirkungen auch auf die Strom- und Gasrechnung</h3>Viele Haushalte fragen sich, wie stark die Großhandelspreise auf die eigene Energiekostenrechnung durchschlagen. Das betrifft Gas und Strom, weil in Italien der Strompreis maßgeblich von Gaskraftwerken bestimmt wird. „Die Antwort auf diese Frage wird vor allem davon abhängen, wie lange der Krieg andauern wird“, erklärt Luis Amort, Generaldirektor von Alperia. „Derzeit würde ich die unmittelbaren Auswirkungen für Italien und Südtirol etwas relativieren.“ <BR /><BR />Mehrere Faktoren stützen diese Einschätzung: „Italien bezieht nur zirka 15 Prozent Gas aus Katar, hat die Gasspeicher recht gut gefüllt und im Gegensatz zum nördlichen Europa geht bei uns die Heizperiode langsam dem Ende“, erklärt der Alperia-CEO. <h3> Simulation: Mögliche Mehrkosten für Haushalte</h3>Trotz der aktuellen Pufferfunktion der Speicher bleibt klar: Sollte das hohe Preisniveau dauerhaft bestehen bleiben, wird sich dies auf den Rechnungen bemerkbar machen. Eine Simulation von Alperia für einen durchschnittlichen Haushalt zeigt das mögliche Ausmaß: „Wenn diese Preissteigerungen bleiben würden, würde es ca. 50 bis 80 Euro im Strombereich auf Jahresbasis ausmachen und ca. 150 bis 180 Euro im Gasbereich“, so Amort.<BR /><BR />Wie sich die Lage in den kommenden Wochen entwickelt, ist derzeit kaum absehbar. Alperia beobachtet die Märkte genau. „Wir haben auch in anderen Notsituationen in der Vergangenheit in Südtirol Maßnahmen getroffen, um das abzufedern“, so Amort.