Samstag, 09. April 2016

Wie der Vater, so der Sohn: Gestatten, Anton Seeber

Generationenwechsel im Vorzeigebetrieb Leitner: Nach 20 Jahren an der Unternehmensführung tritt Michl Seeber ab. Er legt die Zukunft, die Firma und die 3100 Mitarbeiter in die Hände seines Sohnes.

Vom Vater zum Sohn: Michl Seeber übergibt das Zepter an seinen Sohn Anton. - Foto: DLife
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Vom Vater zum Sohn: Michl Seeber übergibt das Zepter an seinen Sohn Anton. - Foto: DLife

Es war ein Abschied, der sich lange abzeichnete. Schon vor Jahren wollte Michl Seeber die Zügel abgeben. Die Führung eines weltweit tätigen Unternehmens gehört in jüngere Hände, meinte er. „Damals hat man mich gebeten zu bleiben“, erinnerte er am Freitagabend in Sterzing. Und Michl Seeber blieb. Drei Jahre lang.

2015 kam Leitner auf 726 Millionen Euro Umsatz

Zuletzt erwirtschaftete Seebers Leitner AG einen Umsatz von 726 Millionen Euro (2015) – 5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Investitionsausgaben erreichten mit 11,8 Millionen einen neuen Höchststand. 59 Seilbahnen der Marken Leitner ropeways, Poma & Agudio wurden installiert. Prinoth verkaufte 604 Pisten- und Kettennutzfahrzeuge, DemaLenko lieferte 2000 Kanonen und Lanzen an Skigebiete aus.

Es sollte das letzte Geschäftsjahr mit Leitwolf Seeber an der Spitze sein. Auf der Vollversammlung Mitte Juni wird sich Michl Seeber nicht mehr als Präsident des Verwaltungsrates zur Wahl stellen. „Mit 65 Jahren ist man nicht mehr in der Lage, das Unternehmen so zu führen und so in der Welt herumzureisen, wie es ein junge Mensch kann“, sagte Seeber am Freitag mit klaren Worten.

Im Frühsommer übernimmt Anton

Den „jungen Menschen“, von dem Michl Seeber auf der Jahresabschlussfeier seines Unternehmens vor mehr als 500 Mitarbeitern sprach, kennt niemand besser als er. Im Frühsommer wird Sohn Anton Seeber den Präsidentensitz von Leitner einnehmen. Zusammen mit den Kollegen im Vorstand Martin Leitner, Werner Amort, Marco Goss und Markus Seen wird er das Ruder übernehmen.

„Kämpfen bis zum Umfallen“

Sein Arbeitsstil werde sich von dem seines Vaters unterscheiden, meinte der Neo-Präsident. Charakterlich sind die beiden grundverschieden: „Ich bin viel emotionaler und kann mich schnell ärgern. Anton hingegen bringt keiner so leicht auf die Palme. Er ist ruhig und sehr bedacht“, sagte Seeber vor wenigen Jahren über seinen Sohn. „Wir sind nicht gleich, Gott sei Dank. Aber von den Lebensprinzipien her sind Anton dieselben Werte wichtig wie mir."

Werte, die auch die unternehmerische Vergangenheit geprägt hätten. „Mein Vater hat mich nach gewissen Prinzipien erzogen“, so Seeber im Video-Interview. „Diese Prinzipien sind auch ins Unternehmen eingeflossen.“ Keinen Stillstand zulassen, sich neuen Herausforderungen mutig stellen und soziale Verpflichtungen dabei nicht vernachlässigen – das seien die Grundsätze, an denen man auch in Zukunft festhalten werde. Seeber kündigte an, für das Unternehmen und dessen Mitarbeiter zu kämpfen – „bis zum Umfallen“.

Zur Person Anton Seeber

Anton Seeber wurde 1973 in Sterzing geboren. An der renommierten Universität „Bocconi“ in Mailand studierte er Betriebswirtschaft, samt Auslandsjahr an der noch renommierteren US-Elite-Uni „Havard“. Sieben Jahre lang war Seeber Associate bei „Graham Partners“ in Philadelphia. 2004 wurde er Präsident des Verwaltungsrates bei Leitner – Poma of America. Seit 2006 ist er Mitglied des Verwaltungsrates bei Leitner AG.

stol/pg

stol