Mittwoch, 17. Juli 2019

Wie erfolgreich ist Südtirols Innovationsförderung?

Innovation ist essenziell für die Wettbewerbsfähigkeit und die Sicherung des Wohlstandes eines Landes. Im Rahmen des Landesgesetzes Nr. 14/2006 fördert das Amt für Innovation und Technologie verschiedene Innovationsprojekte. Diese Innovationsförderungen hat das WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen in einem neuen Bericht evaluiert.

Innovation ist essenziell für die Wettbewerbsfähigkeit und die Sicherung des Wohlstandes eines Landes.
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Innovation ist essenziell für die Wettbewerbsfähigkeit und die Sicherung des Wohlstandes eines Landes. - Foto: © shutterstock

Die Verwaltungsdaten des Amtes für Innovation und Technologie zeigen, dass zwischen 2008 und 2017 insgesamt 2.142 Innovationsförderansuchen eingereicht wurden. Mehr als 80 Prozent davon wurden genehmigt, wobei Großunternehmen eine höhere Genehmigungsquote aufweisen als Kleinstunternehmen. Im Schnitt vergingen für die abgeschlossenen Innovationsprojekte zwischen der Einreichung des Antrages, Umsetzung des Projektes und der Auszahlung der Fördergelder rund 3 Jahre. Rund 53.000 Euro wurden durchschnittlich pro Projekt ausbezahlt.

Der Großteil der abgeschlossenen Projekte erreichte seine technischen und wirtschaftlichen Ziele. Das größte Hindernis stellt dabei laut den befragten Unternehmen die Vermarktung des Projekts dar. Ziel der Förderungen ist es auch, private Investitionen im Forschungs- und Entwicklungsbereich (F&E) zu stimulieren. Rund die Hälfte aller geförderten Projekte führte zu einer Erhöhung der internen F&E-Ausgaben.

Das Amt für Innovation und Technologie punktet bei den Befragten unter anderem mit Bürgerfreundlichkeit, Vertraulichkeit und dem überschaubaren administrativen Aufwand. Bemängelt werden allerdings die Bearbeitungsdauer der Anträge und die Auszahlungsdauer der Fördermittel, was vor allem kleinere Unternehmen betrifft.

„Südtirols Innovationspolitik ist auf einem guten Weg“

Bei der Zufriedenheit mit dem Innovationsstandort Südtirol zeigt sich ein ambivalentes Bild: Gelobt werden einerseits die geografische Lage, die Mehrsprachigkeit und das Angebot von Förderungen, Beiträgen und steuerlichen Anreizen. Andererseits sehen die Unternehmen Aufholbedarf bei der Kooperation zwischen den Unternehmen und bei der Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen. Hier werden Hoffnungen in den NOI Techpark gesetzt, wobei sie sich vor allem Zugang zur Infrastruktur sowie Beratung und Unterstützung bei Innovationsprojekten erhoffen.

Handelskammerpräsident Michl Ebner betont: „Die Südtiroler Innovationspolitik ist mit dem Ausbau des NOI Techparks und der gezielten Innovationsförderung bereits auf einem guten Weg, trotzdem bieten sich besonders in der Zusammenarbeit mit den Unternehmen noch weitere Chancen zur Verbesserung der Innovationskultur in Südtirol.“

„Die Schaffung eines starken Innovationsumfeldes ist für Südtirol von strategischer Bedeutung, um auch in Zukunft die Wettbewerbsfähigkeit zu garantieren und die Nachhaltigkeit zu sichern. Hierzu wurden vom Land und den anderen Stakeholdern bereits wichtige Schritte in die richtige Richtung gesetzt. Die Studie des WIFO bestärkt dies, indem sie ein durchaus positives Bild der Südtiroler Innovationsförderung zeichnet“, unterstreicht Landeshauptmann Arno Kompatscher.

stol

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