Seit Kurzem zeigt ein Chatbot, an dessen Entwicklung unter anderem Elon Musk und Microsoft beteiligt waren, sein Potenzial, die Welt für viele Menschen und Unternehmen zu verändern.<BR /><BR />Das Thema KI wird kontrovers diskutiert. Für viele ist es die Hoffnung auf eine bessere Zukunft, bei der intelligente Maschinen gute Entscheidungen für uns Menschen treffen und Wohlstand für alle erzeugen. Andere warnen davor, diese Büchse der Pandora zu öffnen. <BR /><BR />Der britische Astrophysiker Stephen Hawking äußerte die Angst, dass KI sich in Zukunft wie ein Computervirus selbst vermehren und die Menschheit insgesamt ersetzen könnte. KI könnte entweder das Schlimmste oder das Beste sein, was den Menschen passiert, so Hawking. Ähnlich äußert sich der zweitreichste Mensch der Welt, Elon Musk. Es sei beispielsweise verführerisch und gefährlich, KI als Waffe einzusetzen, etwa für selbstfliegende Drohnen. Auch er sieht KI als die größte existenzielle Bedrohung für die Menschheit.<BR /><BR />Elon Musk investiert seit vielen Jahren beträchtliche Summen in die Entwicklung von KI, die er trotz aller Gefahren als nützlich erachtet – sofern sie streng reguliert werde. Beim Automobilhersteller Tesla spielt KI vor allem im Bereich des autonomen Fahrens eine wesentliche Rolle, etwa um Hindernisse zu erkennen und in Gefahrensituationen die richtige Entscheidung zu treffen. Im Oktober 2022 wurde von Tesla sogar ein menschenähnlicher Roboter namens Tesla Bot (oder Optimus) vorgestellt, der mit der gleichen Technologie funktioniert. Er soll in 3 bis 5 Jahren verfügbar sein und gefährliche oder langweilige Tätigkeiten anstelle von Menschen ausführen. <BR /><BR />Musk war es auch, der 2015 mit einigen anderen Investoren OpenAI mit dem Ziel gegründet hat, KI auf eine verantwortungsvolle und sichere Weise weiterzuentwickeln. Er ist 2018 von OpenAI ausgeschieden, das seitdem zu einem gewinnorientierten Unternehmen geworden ist und Investoren wie Microsoft angezogen hat. Microsoft hat 2019 eine Milliarde US-Dollar in das Projekt investiert und damit zur Entwicklung eines Chatbots beigetragen, der nun für Aufsehen sorgt: Der ChatGPT von OpenAI.<BR /><BR />Grundsätzlich geht es darum, dass das Programm Texte verfasst. Wie in einem Chat stellt man eine Frage oder beschreibt eine Aufgabe und bekommt innerhalb weniger Sekunden eine Antwort. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt: Von Produktbeschreibungen über Firmennamen, Slogans, Werbeanzeigen, Radiospots, Social-Media-Posts und Weihnachtswünschen bis zu kurzen oder langen Geschichten über historische, aktuelle oder erfundene Ereignisse schreibt der ChatGPT alles, was wir möchten. <BR /><BR />Das Beeindruckende ist die Qualität der geschriebenen Texte, die von echten Menschen nicht zu unterscheiden ist. Das Tool ist aktuell kostenlos und in allen wichtigen Sprachen verfügbar, auch auf Deutsch und Italienisch.<BR /><BR /><b>Der Praxistest<BR /><BR /></b>Eine Produktbeschreibung für Apfelsaft aus Südtirol mit weniger als 50 Wörtern hat der ChatGPT in einem Versuch wie folgt verfasst: „Unser Apfelsaft aus Südtirol wird aus frisch gepressten Äpfeln hergestellt und ist voller Geschmack und Aroma. Er ist 100 Prozent natürlich und enthält keine künstlichen Zusätze oder Süßstoffe. Probieren Sie ihn jetzt und genießen Sie die herrliche Südtiroler Landschaft in jedem Schluck.“ Ist das Ergebnis nicht zufriedenstellend, kann man es mit einem Klick neu schreiben lassen. So lange, bis es passt. Dabei lernt das Programm vom Feedback der Nutzer und wird ständig besser, sozusagen intelligenter.<BR /><BR />Wie gut die Texte wirklich sind, merkt man erst, wenn man den Chatbot selbst ausprobiert. Spätestens dann stellt sich für jedes Unternehmen die Frage, ob dieses Programm die Aufgaben interner Mitarbeiter oder externer Agenturen übernehmen könnte. Wie viel Geld und Zeit können gespart werden, wenn unmittelbar dutzende sehr gute Slogan-Vorschläge generiert werden? Müssen Newsletter-Texte aufwändig von Profis verfasst werden, oder reichen wenige Klicks? Dem gegenüber stehen menschliche Fähigkeiten, die durch eine vermeintliche KI schwer zu ersetzen sind.<BR /><BR />Menschliche Texter haben einige Vorteile gegenüber computergenerierten Texten. Zunächst einmal bringen sie ihre eigene Persönlichkeit und ihre individuelle Sichtweise in ihre Arbeit ein, was dem Text Tiefe und Authentizität verleiht. Sie sind auch in der Lage, die Bedürfnisse und Erwartungen des Zielpublikums besser zu verstehen und zu berücksichtigen, was zu einem besseren Resonanzgrad führen kann. Menschliche Texter sind auch in der Lage, sich an die spezifischen Stil- und Tonforderungen eines Auftraggebers anzupassen, was besonders wichtig ist, wenn es darum geht, eine Marke erfolgreich zu repräsentieren. Schließlich sind sie auch in der Lage, kreative Lösungen für komplexe Kommunikationsherausforderungen zu entwickeln, was bei der Verwendung von computergenerierten Texten oft schwieriger ist.<BR /><BR />Dieser letzte Absatz wurde übrigens vollständig vom ChatGPT verfasst, im ersten Versuch. <BR /><BR /><i>* Thomas Aichner ist wissenschaftlicher Leiter der Südtirol Business School.</i><BR />