Ein Überblick über die wichtigsten Förderungen.<h3> Bis zu 20 Prozent für Investitionen</h3> Wer einen kleinen Handelsbetrieb neu aufbaut, modernisiert oder übernimmt, muss zunächst viel Geld in die Hand nehmen: für Regale und Einrichtung, Kassen- und Computersysteme, Maschinen oder andere betriebliche Ausstattung. <BR /><BR />Gut zu wissen: Die Wirtschaftsförderung des Landes unterstützt Kleinunternehmen – auch Händler und Dienstleister – bei ihren Investitionen. Konkret sieht das Land einen Kapitalbeitrag von 20 Prozent der zulässigen Kosten vor – bei einer Mindestinvestition von 15.000 Euro und einem Höchstbetrag von 500.000 Euro. Gefördert werden unter anderem Geschäftseinrichtungen, Modernisierungen, Maschinen und betriebliche Ausstattung.<BR /><BR />Für einen neuen Laden kann das eine spürbare Entlastung sein. Allerdings sollte man sich vor Beginn der Investition informieren: Die Beiträge werden anhand eines Wettbewerbsverfahrens vergeben: Die Ansuchen werden auf Basis verschiedener Kriterien bewertet und gemäß der daraus entstehenden Rangliste vergeben. So gibt es beispielsweise die meisten Punkte für Neugründungen und Übernahmen, Nachhaltigkeitsnachweise und Ausbilderbetriebe. <h3> Besonders viel Unterstützung für Nahversorger</h3>Eine besondere Unterstützung gibt es vom Land, wenn Geschäfte eine Nahversorgungsfunktion erfüllen. Gemeint sind Läden, die im ländlichen Raum eine große Auswahl an Lebensmitteln, auch frische Produkte, und Waren des täglichen Bedarfs anbieten. <BR />Weil solche Dorfläden die wohnortnahe Versorgung für die Bevölkerung sicherstellen, was besonders für ältere Menschen von Bedeutung ist, und gleichzeitig eine soziale Funktion übernehmen, stellt hier die öffentliche Hand seit Jahren nochmal einen eigenen Topf zur Verfügung. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1351326_image" /></div> <BR /><BR />Konkret werden Kaufleute, die einen solchen Nahversorgungsbetrieb aufrecht erhalten, jährlich mit bis zu 13.000 Euro unterstützt. Noch mehr Geld gibt es, wenn der Laden noch weitere Produkte oder Dienstleistungen übernimmt. Wer beispielsweise zusätzlich Tageszeitungen und Zeitschriften verkauft oder einen Lieferservice bietet, kann jährlich bis zu 15.000 Euro erhalten.<h3> 20.000 Euro für den Start</h3>Wer einen Nahversorger neu eröffnet oder einen bestehenden Betrieb übernimmt, kann zudem einen einmaligen Beitrag von bis zu 20.000 Euro erhalten.<BR /><BR />Wichtig: Die Nahversorgungsförderung – sowohl der einmalige Betrag zum Start als auch der jährliche Betrag – ist an Auflagen gebunden. Sie kann nur genutzt werden, wenn es sich um den einzigen Lebensmittelladen im Dorf handelt (Ausnahmen gibt es für strukturschwache Gebiete) und wenn die Ortschaft mindestens 150 Einwohnern hat.<BR /><BR />Zudem darf das Geschäft nicht mehr als 150 Quadratmeter groß sein und es dürfen höchstens drei Menschen in Vollzeit beschäftigt sein (inklusive Inhaber). Weitere Voraussetzungen sind ein durchschnittlicher Jahresumsatz in den letzten drei Jahren von maximal 600.000 Euro sowie tägliche Öffnungszeiten von mehr als drei Stunden an sechs Tagen in der Woche.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1351329_image" /></div> <BR /><BR />Darüber hinaus haben es sich auch einigen Südtiroler Gemeinden zum Ziel gesetzt, Nahversorgern unter die Arme zu greifen und finanzielle Unterstützung bei Betriebs-Neueröffnungen, -Umbauten oder -Übernahmen zu bieten.<h3> Geld für digitale Technik</h3>Ein kleiner Laden muss längst nicht mehr nur Regale und eine Kasse haben. Warenverwaltung, Kundenkommunikation, Website oder Onlineshop gehören für viele Betriebe inzwischen ebenfalls zum Geschäft.<BR /><BR />Kaufleute können deshalb auch auf die Digitalisierungsförderung für Kleinstunternehmen des Landes zurückgreifen. Im Rahmen dieses Programmes, das sich an alle Wirtschaftssektoren richtet, sind Beiträge von bis zu 60 Prozent der anerkannten Ausgaben möglich. Etwa für Software, Websites, Onlineshops und Social-Media-Manager.<BR />Wer einen Betrieb neu einrichtet, sollte deshalb auch digitale Investitionen auf ihre Förderfähigkeit prüfen.<h3> Auch Sicherheit wird gefördert</h3>Alarmanlage, Videoüberwachung oder Einbruchschutz können für einen kleinen Handelsbetrieb schnell ins Geld gehen. Das Land unterstützt Unternehmen deshalb auch bei Investitionen in die Sicherheit. Für die Jahre 2026 bis 2028 beträgt der Zuschuss bis zu 50 Prozent der anerkannten Kosten. Förderfähig sind Ausgaben von 1.000 bis 14.000 Euro je Betriebsstätte, der maximale Zuschuss liegt damit bei 7.000 Euro. <BR /><BR />Gefördert werden unter anderem Video-Alarmanlagen gegen Überfälle und Videoüberwachung. Neu hinzugekommen sind GPS-Ortungssysteme für Unternehmensgüter und private Sicherheitsdienste.<h3> Extra-Förderung für Zeitungskioske</h3>Eine besondere Förderung sieht der Staat für den Zeitungsverkauf vor und hat dafür den „Bonus Edicole“ eingeführt. Bislang konnten damit Zeitungsverkaufsstellen einen Zuschuss von bis zu 60 Prozent (maximal 4.000 Euro) erhalten, um bestimmte Betriebskosten wie Miete, Energie, Telefon und Internet sowie Ausgaben für Kassen- und POS-Systeme, zu decken. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1351332_image" /></div> <BR />Die Förderung richtet sich primär an reine Zeitungs-Kioske, steht aber auch anderen Geschäften offen, die Zeitungen nur als Nebensortiment verkaufen. Diese „gemischten“ Geschäfte erhalten die Förderung aber nur dann, wenn sie sich in einer Gemeinde befinden, in der es keinen reinen Zeitungs-Kiosk gibt. Zudem wird der Zuschuss dort anteilig am Zeitungsumsatz gemessen.<BR />Die Regierung in Rom hat bereits zugesagt, den „Bonus Edicole“ fortsetzen zu wollen. <h3> Noch weitere Möglichkeiten von Staat und Land</h3>Die Landesförderungen für kleine Unternehmen, die auch für Handelsbetriebe interessant sein können, reichen aber über diese Programme weit hinaus. Je nach Situation kommen etwa Prämien für die Lehrlingsausbildung infrage, die das Land auszahlt. Für einen ausgebildeten Lehrling kann die Prämie bis zu 2.000 Euro betragen.<BR /><BR />Daneben gibt es Förderungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Unternehmerinnen, selbstständige Frauen und Freiberuflerinnen, die sich während der Schwangerschaft, Mutterschaft oder Kindererziehung bei der Arbeit vertreten lassen. Auch Beratungen, Wissensvermittlung sowie Aus- und Weiterbildung von Unternehmern und Mitarbeitern werden vom Land gefördert. Ebenso wie die Elektromobilität. <BR /><BR />Auf gesamtstaatlicher Ebene kann zudem die sogenannte Förderung „Nuova Sabatini“, eine der wichtigsten und am häufigsten genutzten Förderungen Italiens, für Händler interessant sein. Damit fördert der Staat Investitionen in neue betriebliche Ausstattung, Maschinen, IT und Digitalisierung im Wert von 20.000 bis vier Millionen Euro. Die Förderung richtet sich an Unternehmen aller Wirtschaftssektoren, für Kaufleute kann sie dann interessant sein, wenn eine größere Investition ansteht. <BR /><BR />Der entscheidende Unterschied zu vielen Südtiroler Landesförderungen: Die Sabatini-Förderung ist an eine Bankfinanzierung bzw. ein Leasing gekoppelt. Der Staat übernimmt dabei einen Teil der Zinskosten.<BR /> Würde man diesen Zinsschuss in einen Kapitalbeitrag umrechnen, würde er bei einer fünfjährigen Finanzierung in etwa einem Beitrag von 7,7 bis zehn Prozent der Investitionssumme gleichkommen.<BR /><BR />Für die Jahre 2026 und 2027 stehen insgesamt 650 Millionen Euro zur Verfügung. Anträge können gestellt werden, solange Fördermittel vorhanden sind. <h3> Förderungen ersetzen kein Geschäftsmodell</h3>Mit zahlreichen Förderungen versuchen Land und Staat den Start in das eigene Handelsbusiness zu erleichtern und die Unternehmer dabei zu unterstützen, wettbewerbsfähig zu bleiben – ein Geschäftsmodell ersetzen können die Hilfen jedoch nicht. <BR />Die Aussicht auf Zuschüsse allein sollte daher kein Grund sein, einen Betrieb zu gründen oder weiterzuführen. Sie sind vielmehr ein Bonus für ein Vorhaben, das auch ohne Förderung wirtschaftlich tragfähig sein muss. Wer diese Grundlage erfüllt, sollte sich allerdings keine Unterstützung entgehen lassen und vor jeder Investition genau prüfen, welche Förderungen infrage kommen und ob er die Voraussetzungen erfüllt.