Mittwoch, 23. September 2015

Wie Sie beim Tanken sparen können

Die Rohölpreise purzeln, die Treibstoffpreise sind etwas zurückgegangen, doch im benachbarten Bundesland Tirol sind Benzin und Diesel immer noch um rund 30 Cent pro Liter günstiger. Um auch hierzulande günstiger zu tanken, lohnt sich ein Preisvergleich - und das am besten schon von zuhause aus. Denn die Treibstoffpreisen in Südtirol variieren bei Benzin um 20, bei Diesel gar um 26 Prozent.

Gewusst wie: So tanken Sie billiger.
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Gewusst wie: So tanken Sie billiger. - Foto: © shutterstock

Italien zählt in der EU zusammen mit Großbritannien zu den Spitzenreitern bei Benzin und Diesel. Und dies wird aufgrund der hohen Treibstoffsteuern auch noch länger so bleiben. Daher bleibt den preisbewussten Autofahrern einmal der Vergleich zwischen den verschiedenen Tankstellen und andererseits lohnt es sich auf einen Sprit sparenden Fahrstil umzusteigen.

Preisunterschiede sind beträchtlich: bis 26 Prozent

Vergleicht man die drei günstigsten mit den drei teuersten Zapfsäulen in Südtirol (Datenquelle Osservaprezzi vom 19.9.2015) bei Benzin und Diesel zeigt sich, dass diese durchschnittlich immerhin 20 bzw. 26 Prozent voneinander abweichen.

"Das ist beträchtlich mehr als noch 2008, wo gezieltes Tanken nur mit einer Preisersparnis von 2% belohnt wurde", zeigt die Verbraucherzentrale auf.

Interessant sei, dass die günstigste Tankstelle (IP Tiers) nicht in einem Ballungszentrum liegt, währenddessen alle drei teuersten Tankstellen sich auf der Brennerautobahn befinden.

„Seit der Liberalisierung des Marktes vor über 20 Jahren scheint sich Konkurrenz breit zu machen. Das hat wohl damit zu tun, dass nicht mehr so viel getankt wird", sagt der Geschäftsführers der Verbraucherzentrale Südtirol, Walther Andreaus.

Große Unterschiede auch bei Methan und Flüssiggas (GPL): 40 bis 60 Prozent sparen

Im Ranking der drei günstigsten und teuersten Zapfsäulen sieht die Situation wie folgt aus: Unterschied bei Methangas 17%, bei Flüssiggas (GPL), 20%.  Die günstigsten Tankstellen liegen beide auf der Mebo (Q8 bei Methan, MeBo Stop&Go bei Flüssiggas), währenddessen das teuerste Methan bei Kostner in Vahrn sowie IP in Vintl gezapft wird und das teuerste Flüssiggas bei Repsol in Sterzing.

Wer viel mit dem Auto unterwegs ist, könne mit dem Umstieg auf Alternativen wie Flüssig- oder Methangas dennoch günstiger abschneiden, so Andreaus.

Bei den Treibstoffkosten gibt es Einsparungen von 40 bis 60 Prozent, es können jedoch auch Mehrkosten z.B. für die Umrüstung anfallen, die amortisiert werden müssen.

Treibstoffpreise aktuell online abfragen

Das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung (MISE) hat eine Datenbank der Treibstoffpreise eingerichtet, die alle Tankstellen umfasst. Ob vor dem Losfahren oder über das Smartphone – mit dem Vergleich lässt sich ganz bequem und schnell der aktuelle Preis der Tankstellen in der Umgebung ermitteln (über die Südtirolkarte oder die App „OsservaPrezzi“).

Die Tankstellenbetreiber sind verpflichtet, bei Preiserhöhungen diese sofort in die Datenbank einzugeben.

"Und damit können die Verbraucher jeweils genau die günstigsten Preise für alle angebotenen Treibstoffe abfragen. Ganz gleich ob die Tankstelle auf Autobahnen, Schnell- oder anderen Straßen liegt", informiert Andreaus.

 

So sieht die Karte aus, über die die Preise der einzelnen Tankstellen eingeholt werden können. 

Auch eine Südtirol-Version gibt es bereits. der Preisvergleich ist hier zu finden. Es gibt auch eine App (für Andriod und Windows Phones).

Selbst tanken und sparen

Angegeben wird jeweils der günstigste Preis, also jener beim Self-Service, wenn ganztägig vorhanden. Diesbezüglich müssten dann die Verbraucher selbst aufpassen, dass sie sich zur richtigen Zapfsäule begeben.

"Sollten an der Zapfsäule (natürlich die günstigste im Rahmen der einzelnen Tankstelle) höhere Treibstoffpreise aufscheinen, als jene der Online-Datenbank des MISE, so sind entsprechende Verwaltungsstrafen vorgesehen" weiß der Verbraucherzentrale-Chef. Zuständig dafür sei die Gemeinde bzw. die Gemeindepolizei, wo sich die Tankstelle befinde.

Tipps für spritsparendes Fahren

Um Sprit zu sparen lohnt es sich auch auf einen Sprit sparenden Fahrstil umzusteigen. Wie das geht:

  • Kurzfahrten verbrauchen mehr Sprit und können leicht zu Fuss oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden.
  • Sparsames Auto: der Kraftstoffverbrauch sollte die Kaufentscheidung beeinflussen
  • Niedertourig fahren (aber nicht untertourig = ruckeln), auch bergauf;
  • Im Stadtverkehr Tempo 30 im dritten Gang, Tempo 40 im vierten Gang, Tempo 50 im fünften Gang.
  • Vorausschauend fahren: Fuß vom Gas statt bremsen und beschleunigen und dabei Energie vernichten.
  • Bei ausreichendem Tempo direkt vom dritten Gang in den fünften Gang schalten.
  • Konstante 100-130 km/h (wo erlaubt) auf der Autobahn schonen Tank und Nerven.
  • Bei langen Rotphasen an der Ampel Motor ausstellen, ab 20 Sekunden lohnt es sich.
  • Stromerzeugung kosten: Klimaanlage (trotzdem auch im Winter von Zeit zu Zeit einschalten) und alle elektrischen Verbraucher sind Spritfresser.
  • Keine unnötigen Lasten spazieren fahren.
  • Dachgepäck erhöht Verbrauch: Mittelklassewagen mit drei Fahrrädern verbraucht bei Tempo 100 2 l/100 km mehr;
  • Mit dem für hohe Beladung empfohlenen Reifendruck fahren, niedriger Rollwiderstand senkt Spritverbrauch um bis zu 5 %. Leichtlaufreifen montieren.

stol

stol