Aufstehen und ins Grüne blicken, die Mokka-Maschine über dem Gasgrill erhitzen und unter freiem Himmel gemütlich frühstücken – so sieht der perfekte Campermorgen aus. Camping boomt bereits seit einigen Jahren und auch diesen Sommer verzeichnete Italiens Campingbranche Zuwächse: 74 Millionen registrierte Übernachtungen – rund drei Prozent mehr als im Sommer 2024. Das geht aus einer ersten Schätzung des Branchenverbands Faita-Federcamping hervor.<BR /><BR />Auch für Südtirols Campingplatzbetreiber ist die Saison gut verlaufen. Zwar sei es für eine endgültige Bilanz noch etwas verfrüht, da die Oktoberdaten fehlen, „doch die Saison steht grundsätzlich jener des Vorjahres in nichts nach“, sagt Thomas Rinner, Präsident der Vereinigung der Campingplatzbetreiber Südtirols (VCS).<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1231803_image" /></div> <BR /><BR />„Das Frühjahr war wetterbedingt etwas verhaltener, dafür waren der Sommer und vor allem der Herbst sehr zufriedenstellend“, erklärt Rinner.<BR /><BR />Laut den vorläufigen Zahlen des Landesinstituts für Statistik (Astat) wurden zwischen Mai und September 2025 rund 412.900 Ankünfte gezählt – etwa 6,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die Zahl der Übernachtungen legte von 1,5 auf 1,57 Millionen zu, was einem Plus von rund 4,7 Prozent entspricht.<h3> Markt ist vielfältig</h3>Der Campingmarkt in Südtirol wächst kontinuierlich. Im Jahr 2024 entfielen auf Camper etwas mehr als fünf Prozent aller touristischen Übernachtungen – zum Vergleich: Urlaub auf dem Bauernhof macht etwa zehn Prozent aus. <BR /><BR />Wie in der Hotellerie gibt es auch in der Campingwelt unterschiedliches Klientel. Die einen bevorzugen Minimalismus und Natur, die anderen suchen Komfort und Luxus – Stichwort „Glamping“. Auch in Südtirol bieten einige Betreiber mittlerweile besondere Übernachtungsformen an, „zum Beispiel Chalets, Baumhäuser oder Fässer“, erklärt Rinner. Dennoch liegt Südtirol in Sachen „Glamping“ noch hinter anderen Campingnationen wie Deutschland oder Österreich zurück. „Auch weil es noch einige Hemmschuhe gibt, etwa im Hinblick auf baurechtliche Vorschriften“, so Rinner.<h3> Wintercamping bleibt eine kleine Nische</h3>In Südtirol gibt es laut VCS derzeit 57 Campingplätze. Die meisten schließen zum Ende der warmen Jahreszeit ihre Tore und öffnen erst wieder im Frühjahr. „Mittlerweile bieten jedoch auch 22 Betriebe Wintercamping an“, so Rinner. Der Markt für Wintercamper bleibe jedoch überschaubar. „Im Winter zu campen ist eher etwas für Hartgesottene – die Wohnmobile müssen wintertauglich sein, daher scheidet ein Großteil der Camper aus“.