Als Kaufinteressenten gelten Medienberichten zufolge chinesische Autohersteller und Volkswagen.Die deutsche Regierung suche bereits nach Wegen für eine deutsche Lösung, berichtete „Auto-Bild“ im Voraus. In der Detroiter GM-Zentrale gebe es massive Zweifel an der Überlebensfähigkeit von Opel. „Spiegel Online“ berichtete, Manager die US-Mutter seien zunehmend verärgert, dass das Europa-Geschäft mit Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall weiter Verluste einfahre, während alle anderen Regionen des nach der Blitzinsolvenz vor zwei Jahren wieder erstarkten US-Konzerns Gewinne verzeichne.Der neue Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke sah sich veranlasst, die Mitarbeiter zu beruhigen: In einem internen Schreiben, das der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag vorlag, wies er die Medienberichte als reine Spekulation zurück. Diese Stellungnahme sei mit Detroit auch so abgestimmt. Dennoch wollte sich die Konzernzentrale nicht äußern. Der Betriebsrat vermisste ein klares Dementi des Mutterkonzerns.GM hatte Opel in seiner Krise zum Verkauf gestellt, weil sich der angeschlagene Autoriese aus Detroit nicht in der Lage sah, die Sanierung der chronisch defizitären Europa-Tochter zu stemmen. Nach der GM-Blitzinsolvenz, bei der der ehemalige Weltmarktführer mit Milliardenhilfen des US-Staates vor dem Aus gerettet wurde, erholte sich die einstige Industrieikone.Trotzdem gab die Konzernleitung grünes Licht für den Verkauf von Opel an den Zulieferer und Auftragsfertiger Magna, der dadurch zum vollwertigen Autobauer aufsteigen wollte. Im November 2009 kam dann die überraschende Wende: GM entschied, Opel doch zu behalten. In einer Rosskur trennte sich Opel in der Folge europaweit von 8.000 der 48.000 Beschäftigten und machte sein Werk im belgischen Antwerpen dicht. Zuletzt einigten sich Unternehmensführung und Betriebsrat auf einen Personalabbau im Bochumer Werk.Die Existenzkrise hat Opel dank der Sanierungsschnitte zwar überstanden, doch nach Meinung von Experten läuft noch längst nicht alles rund in Rüsselsheim. „Opel ist nur in Europa so richtig präsent und kann in einem stagnierenden Markt nicht wirklich punkten“, sagt Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach. „Man bemüht sich zwar, aber GM lässt Opel am langen Arm verhungern. Der US-Konzern lässt die Tochter nicht in die entscheidenden Märkte, vor allem nicht nach China.“Bereits die Ablösung von Nick Reilly an der Opel-Spitze sei Ausdruck der Unzufriedenheit des Mutterkonzerns gewesen, sagte Bratzel. „Detroit ist ungeduldig. Die fordern rasche Ergebnisse.“ Der Sanierungsexperte Reilly war vor kurzem in den Aufsichtsrat gewechselt. Er wurde durch den Maschinenbau-Ingenieur Stracke ersetzt, der zuvor Entwicklungschef des Detroiter Konzerns war.Der Druck auf Opel hatte sich durch den Börsengang der Mutter GM im vergangenen Herbst erhöht. Experten hatten damals bereits die Gefahr gesehen, dass die Amerikaner nun die Probleme von Opel in Europa vernachlässigen könnten.In der Detroiter Konzernzentrale kursieren den Medienberichten zufolge Planspiele, wonach GM Opel durch Modelle anderer Marken ersetzen könnte. So könnte GM den Markt für Klein- und Kompaktwagen mit koreanischen Schwestermodellen versorgen und die bisher von Opel belieferte Mittelklasse in Europa durch Modelle der Hausmarke Chevrolet ersetzen, berichtete „Auto-Bild“.apa/reuters